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Hainberg: Bitte auf brütende Vögel achten!

Orangefarbene Markierungen unterstreichen das Betretungsverbot im Naturschutzgebiet - 19.04.2021 16:00 Uhr

Der aufgesprühte stilisierte Vogel weist auf die Nestruhe hin.

15.04.2021 © Foto: Thomas Scherer


Seit 1. April gilt wieder die Brutschutzzeit und das bis zum 30. Juni. Das heißt: Wer am Hainberg unterwegs ist, darf in der sogenannten Brutschutz- und Kernzone die befestigten Wege nicht verlassen, um die brütenden Vogelarten nicht zu stören. Darauf weisen Schilder hin.

Jetzt unterstreicht das Landratsamt Fürth das mit zusätzlichen Markierungen. Nach dem Vorbild des Umweltamts Erlangen, das eine Sprühschablone kreiert hat, wurden mit umweltverträglicher Farbe auf den Wegen zusätzliche Markierungen aufgebracht, um auf das Thema aufmerksam zu machen.


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Landrat Matthias Dießl griff selbst zur Spraydose: "Ziel der Aktion ist es, den Besuchern des Hainbergs die Bedeutung der Brutschutzzeit zu verdeutlichen, denn das unüberlegte Betreten der Flächen kann den Bruterfolg der Arten stark bedrohen. Es ist wichtig, die befestigten Wege zu dieser Zeit nicht zu verlassen und Hunde, unabhängig von der Brutzeit, ganzjährig anzuleinen."

Das sei sehr einfach umzusetzen. Mit diesem verantwortungsvollen Verhalten könne jeder dazu beitragen, dass Naturgenuss und Erholungsspaziergänge im Einklang mit dem Naturschutz stünden, so der Landrat.

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Wird die Heidelerche zu oft aufgeschreckt, kühlen ihre Eier aus und die Brut ist dahin. Doch die Vogelwelt am Hainberg hat noch mehr zu bieten, auch Grünspecht, Singdrossel, Rotkehlchen und Pirol sind mit etwas Glück zu beobachten. In Erlangen wird die Markierungsmethode seit Jahren im Naturschutzgebiet Exerzierplatz angewandt. Die beiden Areale sind sich nicht unähnlich. Sie beherbergen landesweit bedeutende Sandmagerrasen und Bruthabitate und zeichnen sich durch Pionierstandorte aus. Diese sind für die Tier- und Pflanzenwelt sehr wichtig. Das Silbergras ist eine dieser Pionierpflanzen, die auf solche Standorte angewiesen sind.


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Was Sandmagerrasenflächen so besonders macht, sind die geringe Wasserspeicherkapazität und der niedrige Nährstoffgehalt des Bodens. Auf ihnen wachsen unter anderem die rosa blühende Strand-Grasnelke und die purpurne Heide-Nelke. Und damit nicht genug: Auch Insekten wie Sandbiene, Blauflügelige Ödlandschrecke und Schwalbenschwanz sind am Hainberg daheim.

fn

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