Handfeste Struktur

25.8.2012, 13:00 Uhr
Egon Junge (54) vor einigen seiner figürlichen und abstrakten Bilder in der Volksbücherei an der Fronmüllerstraße. Er bevorzugt kräftige Formen und Materialien.

© Gerd Axmann Egon Junge (54) vor einigen seiner figürlichen und abstrakten Bilder in der Volksbücherei an der Fronmüllerstraße. Er bevorzugt kräftige Formen und Materialien.

Eine besondere Mixtur aus Zement, Sand, Leim und Wasser ist das Material, das Egon Junge bevorzugt verarbeitet. Er trägt es zwar wie ein Bild auf Leinwand auf, doch er bearbeitet die noch weiche Masse in Sgraffitotechnik ganz plastisch. Verschiedene Schichten formen sich unter seiner Hand Stück für Stück zu Reliefs.

In die Flächen arbeitet der Künstler unterschiedliche Strukturen ein und erzielt damit eine noch stärkere plastische Wirkung. Die unterstützt auch der Einsatz von Kontrasten wie hoch — tief oder glatt — gefurcht. Ist die Masse getrocknet, erhalten die Bilder einen lasierenden Farbauftrag in Acryl.

Neben abstrakten Formen voller Dynamik entstehen auf diese Weise auch Masken, Köpfe und stilisierte Figuren. In der Reduktion auf die wichtigsten Merkmale erinnern sie einerseits an prähistorische Kunst oder afrikanische Kultobjekte. Doch weisen sowohl Junges Motive als auch die Technik mit der Verwendung von Leim und Sand unverkennbare Reminiszenzen an seinen Lehrer und Freund, den Fürther Maler David Krugmann auf. Die Begegnung mit ihm gab den Anstoß, sich im Ruhestand intensiv mit moderner Kunst auseinanderzusetzen.

Eigener Stil

Seit drei Jahren widmet sich der 1958 in Weißenburg Geborene seinen „Gemäldeobjekten“ und fand mittlerweile zu seinem eigenen Stil. Zwar lässt sich in der Formensprache noch der Einfluss Krugmanns ablesen, doch Junge schlägt, vor allem auch in der Farbigkeit eine andere Richtung ein. Seine Bildobjekte wirken erdiger und strahlen etwas Archaisches aus.

So wie die „Drei Köpfe“. Nur wenige Details deuten sie an und sie scheinen wie echte Masken aus Holz geschnitzt zu sein. Dem speziellen Werkstoff fehlt die Wucht von Beton. Die Farbtöne von Rot über Orange und Braun sind stimmig. Es ist das jüngste Werk von Egon Junge, erst drei Tage vor Ausstellungsbeginn hat er es in seinem Atelier in der Fischerstraße fertiggestellt.

Egon Junge „Malerei auf Beton“ bis 15. Oktober, Volksbücherei, Fronmüllerstr. 22, Fürth, Öffnungszeiten Montag, Dienstag und Freitag von 10 bis 18 Uhr sowie Donnerstag von 10 bis 20 Uhr.

 

Keine Kommentare