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Freitag, 10.07.2020

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Hardhöhe: Eine Kita ersetzt die Gaststätte

Für das Acht-Millionen-Euro-Projekt ist jetzt der Grundstein gelegt worden - 30.05.2020 21:00 Uhr

Melanie Straub von SQM Immobilien – Ihre Eltern hatten die Gaststätte betrieben. © Foto: Armin Leberzammer


"Wir wollen hier das Lebenswerk meiner Eltern weiterführen", sagt Melanie Straub, die das Projekt mit ihrem in München ansässigen Unternehmen SQM Immobilien verwirklicht. Gastlichkeit sei das Motiv für ein breites Nutzungskonzept. Gäste werden dann bis zu 86 Kinder sein, außerdem entstehen 13 größtenteils barrierefreie Mietwohnungen mit insgesamt knapp 1000 Quadratmetern Wohnfläche. In dieser Woche wurde der Grundstein gelegt für ein Vorhaben, in das laut SQM rund acht Millionen Euro investiert werden. "Mit hochwertigen Materialien und anspruchsvoller Architektur setzen wir auf Qualität und Langlebigkeit", betont Tobias Schneider, Architekt und neben Straub Geschäftsführer der Firma. "Zur Hardhöhe" solle ein Ort werden, "der Impulse setzt".

Läuft alles nach Plan, wird die Kita im Mai kommenden Jahres ihren Betrieb aufnehmen, die Wohnungen werden dann im Sommer bezugsfertig sein. Die Familie Straub will das Gebäude langfristig in eigenen Händen behalten. Als künftigen Träger der Kita hat man die gemeinnützige Gesellschaft Kinder-Räume Fürth gefunden. Deren Geschäftsführerinnen Martha Schirm und Susanne Rühl wollen dort 36 Betreuungsplätze für Krippenkinder sowie 50 Kindergartenplätze schaffen.

Oberbürgermeister Thomas Jung sieht in der Kombination aus Wohnen und Kinderbetreuung eine Bereicherung für den Stadtteil: "Wir haben bei beidem einen gewaltigen Bedarf." Jahrzehntelang hätten die Straubs hier ihre Gäste verwöhnt, nun werde diese Tradition auf andere Weise fortgeführt.

Bereits 2016 hat die Gastronomenfamilie erste Überlegungen zur Zukunft des Standorts – einst übrigens der Kirchweihplatz des Stadtteils – angestellt. Für den an das Lokal angrenzenden Supermarkt habe sich kein adäquater Pächter mehr finden lassen, was die Zukunftsfähigkeit des gesamten Areals in Frage gestellt habe. Verschiedene Optionen wurden analysiert, etwa der Bau eines Hotels oder sozialer Einrichtungen.

Durch eine Markt- und Standortanalyse wurde Melanie Straub dann auf den "hohen, ungedeckten Bedarf an Kita-Plätzen" auf der Hardhöhe aufmerksam. Von der ersten Idee bis zum Bauantrag sei man von Vertretern aus Jugendamt, Stadtplanung und Rathausspitze "engagiert und professionell begleitet worden". Die Wohnungen werden zwischen 30 und 118 Quadratmeter groß, größtenteils barrierefrei sein und über "großzügige Bäder" sowie einen Aufzug verfügen.

Wer später einmal nach Spuren der einstigen gastronomischen Nutzung suchen möchte, wird schweres Gerät benötigen und tief graben müssen: Neben einer aktuellen Ausgabe der Fürther Nachrichten, einem Satz Euro-Münzen sowie Kärwa-Talern von der örtlichen Sparkasse als Kreditgeber wurde in die Zeitkapsel des Grundsteins auch ein besonderes Vermächtnis einbetoniert: die Speisekarte des letzten Abends von Straubs "Zur Hardhöhe".

Armin Leberzammer

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