Hardhöhe: Soldnerschule braucht mehr Platz

Claudia Ziob
Claudia Ziob

Lokalredaktion Fürth

E-Mail zur Autorenseite

27.7.2020, 06:00 Uhr
Platz für rund 100 Kinder: Das frühere Gemeindehaus der Heilig-Geist-Kirche steht seit Oktober 2019 leer – bald zieht wieder Leben ein.

Platz für rund 100 Kinder: Das frühere Gemeindehaus der Heilig-Geist-Kirche steht seit Oktober 2019 leer – bald zieht wieder Leben ein. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Schon jetzt ist das Schulhaus an der Soldnerstraße, das aus den 60er Jahren stammt, völlig ausgelastet. Immer, wenn er an den Kränen auf dem früheren Norma-Areal an der Würzburger Straße vorbeifährt, werde ihm daher ein wenig bang, sagt Fürths Schulreferent Markus Braun: Dort gehe es so zügig voran.

Braun sieht dann schon die vielen jungen Familien vor sich, die bald an dem Ort wohnen werden, an dem der Discounter lange seinen Firmensitz hatte – und die zum Sprengel der Grundschule Soldnerstraße gehören. Rund 200 Wohnungen baut das Evangelische Siedlungswerk auf der Fläche. Hinzukommen später auch noch die Kinder aus den Reihenhäusern, die auf der anderen Seite der Hansastraße geplant sind. Prognosen zufolge legt die Schülerzahl bis 2024/25 um zirka 46 Prozent zu.

Dringend, sagt Braun deshalb, braucht die Grundschule auf der Hardhöhe mehr Klassenzimmer. Ein Erweiterungsbau lasse sich allerdings nicht so einfach auf das Gelände stellen: Weil hier die U-Bahn fährt, kann man nicht in die Tiefe bauen. Und auch den Boden dürfte man nicht zu stark belasten.

Umso wertvoller ist die Chance, die sich nebenan bietet: Das Schulreferat möchte die offene Ganztagsbetreuung, die nach dem Unterricht beginnt, aus der Schule in das frühere Gemeindehaus der Heilig-Geist-Kirche verlegen. Die Gemeinde braucht es seit längerem nicht mehr, angesichts sinkender Mitgliederzahlen hatte sie 2012 den Kirchenraum verkleinert, Pfarramt und Sozialräume zogen mit ins Kirchengebäude.

In den vergangenen Jahren verwendete die Regierung von Mittelfranken das Haus in der Max-Planck-Straße als Unterkunft für Flüchtlingsfamilien, doch auch dafür wird es nicht mehr benötigt. Seit Oktober 2019 steht es leer.

Ein "Glücksfall"

Braun schwärmt von einem "Glücksfall". Der Eigentümer sei bereit, das Gebäude für die Bedürfnisse der Ganztagsschule umzubauen und zu modernisieren. Mit ihm will das Rathaus einen langfristigen Mietvertrag abschließen – der Stadtrat hat dafür in seiner Sitzung am Mittwoch einstimmig grünes Licht gegeben.

Die Räumlichkeiten, auf zwei Ebenen verteilt, bieten Platz für rund 100 Kinder in der Ganztagsbetreuung und eine Mensa. Damit wiederum kann man die bisher dafür genutzten Räume im Schulhaus zu Klassenzimmern machen. So sei man gewappnet für die kommenden Jahre.

Auch andernorts ist die Stadt Fürth dabei, Schulen zu vergrößern: An der Friedrich-Ebert-, der Adalbert-Stifter- und der Hans-Sachs-Grundschule werden ehemalige Hausmeisterwohnungen umgebaut, um künftig Unterrichts-, Gruppen- oder Verwaltungsräume zu beherbergen. An der Pestalozzi-Schule sollte sich im September der lang ersehnte Modulbau mit Leben füllen. Allerdings stimmt nun die Höhe eines Treppensockels nicht. Spätestens aber "in den ersten Schulwochen" soll der Bau bereit für die Kinder sein, sagt Braun.

Keine Kommentare