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Historische Siedlung am Espan ist fit für die Zukunft

Ziel erreicht: Genossenschaft wollte die Häuser aus den 20er Jahren modernisieren, aber dafür nicht bezahlbaren Wohnraum opfern - 21.04.2018 21:00 Uhr

Die Wohnungsgenossenschaft Fürth-Oberasbach eG hat ihre Wohnungen am Kavierlein modernisiert. Die Baugruppe besteht aus fünf Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 30 Wohnungen und gehört zur Kriegerheimsiedlung am Espan. © Foto: Wohnungsgenossenschaft Fürth-Oberasbach


Die Baugruppe besteht aus fünf Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 30 Wohnungen und gehört zur 1920 gegründeten Kriegerheimsiedlung am Espan. Ein historisches Kleinod also, dem die Wohnungsgenossenschaft Fürth-Oberasbach eG auf ihre Art und Weise Rechnung trägt, wie das geschäftsführende Vorstandsmitglied Roland Breun sagt: In einer Zeit, in der oft uniforme Neubauten mit teuren Eigentumswohnungen aus dem Boden sprießen, gebe sich die Genossenschaft alle Mühe, ihren Althausbestand zu modernisieren, den historischen Charme der Architektur zu erhalten und auch weiterhin bezahlbare Mietwohnungen anzubieten.

Der Genossenschaft sei es wichtig gewesen, dass sich die bisherigen Bewohner ihr Zuhause auch weiter leisten könnten und die günstigen Bestandswohnungen nicht "wegsaniert" werden. Klimapolitische Ziele zu erreichen, dürfe nicht zu Lasten der Mieter gehen, so Breun. Deswegen sei nur ein Teil der Modernisierungskosten auf die Miete umgelegt worden.

Günstige Nebenkosten

Diese Ausgaben beliefen sich auf 2,5 Millionen Euro. Der Staat förderte die energetischen Maßnahmen zum Klimaschutz mit einem zinsgünstigen Darlehen in Höhe von 1,1 Millionen Euro und einem Tilgungszuschuss. Nach der Modernisierung beträgt die durchschnittliche Nutzungsgebühr laut Breun fünf Euro je Quadratmeter Wohnfläche und liege somit deutlich unter der marktüblichen Miete. Die energetische Außenhülle, eine effiziente Zentralheizung, dreifachverglaste Fenster und selbst produzierter Ökostrom von den Photovoltaikanlagen auf dem Hausdach sicherten den Bewohnern zudem dauerhaft günstige Nebenkosten und reduzierten den CO2-Verbrauch, heißt es von der Genossenschaft weiter.

Das neue Farbkonzept der Fassade sei mit Bedacht gewählt worden, um den Bezug zu der historischen Siedlung auch nach Auftragen eines Vollwärmeschutzes sicherzustellen. Architekt Bernhard Ramstötter nennt gleich mehrere entscheidende Gestaltungselemente, die den historischen Gesamteindruck bewahren sollten: "Die Ausbildung von Eckbossen, der Einbau von Haus- und Hoftüren aus Echtholz, Fensterelemente nach alten Fotoaufnahmen und die traditionelle Doppeldeckung des markanten Walmdaches mit Biberschwanzziegeln."

Der Umbau lief im bewohnten Zustand ab. Die fast zwölf Monate Lärm und Schmutz hätten die Mieter mit viel Geduld und Verständnis getragen, lobte der Bauherr. "Für die Identität der Mitglieder mit ihrer Genossenschaft und deren fast 100-jähriger Geschichte ist es wichtig, dass man solche baukulturell bedeutsamen Häuser erhält" sagt Breun. Dies gehe jedoch nicht ohne Anpassung an heutige Wohnstandards, und auch nicht jeder Altbau sei per se erhaltenswert.

Neubau im Süden

Unterdessen hat die Schultheiss Wohnbau AG in der Balbiererstraße in der Fürther Südstadt ein erstes Richtfest gefeiert. Das Unternehmen errichtet dort aktuell eine Eigentumswohnanlage mit 73 Einheiten und Tiefgarage. Im kommenden Herbst, wenn der Rohbau des zweiten Abschnitts abgeschlossen ist, steht das Ritual ein weiteres Mal an, teilt Schultheiss mit.

Der Startschuss für den Bau der Wohnanlage Balbiererstraße fiel Mitte 2017. Das Verkaufsvolumen beträgt insgesamt 24,6 Millionen Euro. Alle Einheiten im zweiten Bauabschnitt seien bereits verkauft oder reserviert, berichtet der Vorstandsvorsitzende Martin Heyn. Die Fassadengestaltung der Anlage lehne sich an das denkmalgeschützte Haus gegenüber an, kupferfarbene Elemente an den Balkonen setzten beispielsweise entsprechende Akzente.

fn

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