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Höchstniveau: Das steckt hinter Fürths Inzidenz-Sprung

Corona-Ausbrüche in Seniorenheim und Unternehmen - Ernste Lage im Klinikum - 18.04.2021 17:30 Uhr

Im Grete-Schickedanz-Heim verteilte das mobile Impfteam Ende Dezember die ersten 31 Dosen. Nun gibt es dort einen Corona-Ausbruch.

16.04.2021 © Foto: Hans-Joachim Winckler


Die Stadt verzeichnet einen sprunghaften Anstieg bei der Sieben-Tage-Inzidenz: Am Freitag kletterte der Wert auf 264,6 (Donnerstag: 219,5), bis zum Sonntag auf 275,5 - über den bisherigen Höchststand in Fürth, der mit 269,3 am 20. Dezember dokumentiert worden war. Deutlich moderater fiel die Zunahme im Landkreis aus: von 144,2 auf 150,2 - bis zum Sonntag fiel der Wert hier wieder leicht auf 135,8.

Da die Inzidenz in Fürth bereits am Samstag erneut und damit den dritten Tag in Folge über 200 lag, ändern sich am Montag die Regeln für den Handel. Von "Click & Meet mit Test" geht es zu "Click & Collect". Auch einige weitere Verschärfungen musste das Rathaus bekanntgeben. In den Schulen dagegen bleibt es kommende Woche beim Distanzunterricht für die meisten Schüler und beim Notbetrieb in den Kitas.


Geimpft und infiziert: Was genau verhindert die Impfung?


Verursacht haben den massiven Sprung in Fürth zwei Corona-Ausbrüche. In einem Unternehmen sind 34 Mitarbeitende infiziert, betroffen ist außerdem das Grete-Schickedanz-Heim. Dort wurden 23 Bewohner und fünf Angestellte positiv getestet.

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Auch hier war – wie im Awo-Heim in Zirndorf, das ebenfalls mit einer Vielzahl von Fällen konfrontiert ist – das Impfteam bereits tätig: Fast alle infizierten Bewohner sind seit 4. März zweifach geimpft, zwei haben die Erstimpfung hinter sich, drei bislang noch keine Spritze bekommen.

Zwei Bewohnerinnen – eine zweifach geimpfte und eine ungeimpfte – litten an schweren Symptomen; die übrigen hatten keine bis leichte. "Das zeigt, dass es etwas bringt, sich impfen zu lassen", sagte Katrin Rohm, Abteilungsleiterin Pflege und Soziales beim BRK und zuständig fürs Grete-Schickedanz-Heim, auf Nachfrage der FN.

Insgesamt sind in Fürth aktuell 606 Menschen positiv getestet, einen Tag vorher waren es noch 72 weniger. Landratsamtssprecher Christian Ell zufolge hat der deutliche Anstieg nicht nur mit den beiden genannten Ausbrüchen zu tun; nach wie vor sei das Infektionsgeschehen in der Stadt "diffus".

Alle Betten im Klinikum sind belegt

Die anhaltend hohe Inzidenz führt auch am Fürther Klinikum zu keiner Entspannung. Am Donnerstagabend waren sogar alle Intensivstationen im Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen für Covid- und Nicht-Covid-Patienten bei der Leitstelle abgemeldet – es war also kein Bett mehr für Intensivpatienten frei. "Das gab es noch nie", schrieb der Medizinische Direktor des Fürther Krankenhauses, Dr. Manfred Wagner, auf Instagram.


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Am Freitag war die Covid-Intensivstation in der Kleeblattstadt immer noch abgemeldet, auf der regulären Intensivstation waren 13 von 14 Betten belegt. "Ein Notfall würde behandelt werden", erklärte Pressesprecherin Carmen Brückner, "eine Massenkarambolage auf der Autobahn sollte aber nicht passieren."

Das Krankenhaus hat den Besucherstopp, der seit November gilt, unterdessen ein weiteres Mal verlängert, davon ausgenommen sind wie bislang auch die Kinderklinik sowie die Intensiv- und Palliativstation.

Neu ist hingegen, dass Besucher ab kommendem Montag einen offiziellen negativen Schnelltestnachweis vorlegen müssen. Er darf nicht älter als 24 Stunden sein. Ohne ihn darf man das Klinikum nicht mehr betreten. Alternativ kann man eine negative PCR-Test-Bescheinigung mitbringen, die höchstens 48 Stunden zuvor ausgestellt wurde. Ambulante Patienten sind von dieser Regelung ausgenommen.

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