Dienstag, 10.12.2019

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Hüttendorfer Talquerung rückt näher - Westumgehung auch

Freistaat plant Bau binnen 15 Jahren, hält allerdings auch an der umstrittenen Fortführung bis zur Südwesttangente fest - 25.03.2011 09:00 Uhr

Mit der Hüttendorfer Talquerung soll nach Plänen des Freistaats auch die Westumgehung kommen. Noch gibt es keine Pläne, wo die Trasse genau entlangführen soll. Vorstellbar ist auch ein Verlauf entlang des Kanals, im Bild ein Abschnitt nahe Hüttendorf. © Horst Linke


So sehr sich die Welt seit den 60er Jahren gewandelt hat: Der Wunsch, den Verkehr in einem Bogen um Vach herum zu lenken, ist in Fürth stets politischer Konsens und stets unerfüllt geblieben. Oberbürgermeister Thomas Jung schöpft nun neue Hoffnung. Der Grund: Im Entwurf des Ausbauplans für Staatsstraßen hat die bayerische Staatsregierung dem Projekt Hüttendorfer Talquerung eine größere Dringlichkeit eingeräumt als in früheren Jahren.

Von der Dringlichkeitsstufe zwei ist die Umgehungsstraße, die als Staatsstraße von der Autobahnausfahrt Eltersdorf südlich an Hüttendorf vorbei zur Herzogenauracher Straße führen soll, in die Kategorie 1R (das R steht für Reserve) gerutscht. Darin finden sich Projekte, die in den nächsten 15 Jahren angegangen werden sollen. Mehr Priorität haben nur die Vorhaben in Stufe eins, die in den nächsten zehn Jahren in den Fokus rücken.

Die Neubewertung ist für Jung ein großer Fortschritt: „Zum ersten Mal sind wir in einem Bereich, in dem Gelder eingeplant sind.“ 500 Millionen Euro sieht der Freistaat Jung zufolge für die 1R-Projekte vor.

Verantwortlich für die gute Laune des Rathauschefs ist aber noch eine weitere Entwicklung: Bislang stieß die Straße, die auf Erlanger Gebiet gebaut werden müsste, in der Nachbarstadt auf wenig Gegenliebe. Doch in Erlangen, das selbst um eine Umgehungsstraße im Osten von Eltersdorf kämpft, sei nun eine „gewisse Offenheit“ zu spüren, sagt Jung, und auch die Stadt Herzogenaurach habe man in den letzten Jahren als Verbündeten gewinnen können.

Dem Land Bayern geht es nicht nur um Vach

Das sind gute Nachrichten, findet Jung. Fürths Baureferent Joachim Krauße ist derselben Meinung — und doch wissen beide, dass mit Turbulenzen zu rechnen ist, wenn der Bauausschuss zur nächsten Sitzung zusammenkommt. Einen Haken nämlich haben die Pläne des Freistaats aus Fürther Sicht: Dem Land Bayern nämlich geht es — weiterhin — nicht nur um Vach. Wie schon in der Vergangenheit ist die Hüttendorfer Talquerung in den Plänen der Münchner Teilstück einer Umgehungsstraße, die bis zur Südwesttangente fortgeführt werden könnte. Über diese Trasse aber wurde bereits viel und heftig gestritten in Fürth, droht sie doch drei ökologisch wertvolle Flusstäler zu zerschneiden. Sogar eine Bürgerinitiative hatte sich gegen die Pläne gewendet.

Auch der Oberbürgermeister ist „skeptisch“, was den Bau einer solchen Straße über den Hüttendorfer Damm hinaus betrifft. „Zu Recht“ gebe es in Fürth dagegen „erhebliche Bedenken“. „Wir sind in einer blöden Situation“, gesteht Krauße, zumal es schwierig sei, über die Trasse zu diskutieren, weil es noch gar keine Pläne gebe, wo genau sie entlangführen soll.

Jung indes hat schon einen Plan gefasst, wie man dem Problem vielleicht beikommen könnte: In der Stellungnahme, um die der Freistaat gebeten hat, will er, sofern der Bauausschuss zustimmt, vorschlagen, das 22 Millionen Euro teure Gesamtprojekt künftig als zwei getrennte Vorhaben zu behandeln. Jung möchte klar machen, dass eines, der sieben Millionen Euro teure Hüttendorfer Damm, „super dringlich“ sei und in die Kategorie 1 rutschen sollte. Das andere dagegen „eile gar nicht“ und könne ruhig warten. Dann müsste vielleicht erst in 15 Jahren darüber entschieden werden. Bis dahin könne sich viel ändern. „Keiner weiß, wie dann die Notwendigkeiten und die Einstellungen aussehen.“

 

Claudia Ziob

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