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Im Multikulti-Garten blüht die Toleranz auf

Areal an der Uferpromenade bietet seit fünf Jahren Menschen vieler Nationen Raum — Feier am Samstag - 21.09.2012 11:00 Uhr

Grünes Idyll an der Rednitz: Der interkulturelle Garten hat sich bewährt. © Erich Malter


„Ich wollte schon mein Leben lang einen Garten haben“, sagt Helga Balletta, die dem ikG seit rund anderthalb Jahren angehört. Das Konzept der gleichberechtigten Zusammenarbeit von Migranten und Deutschen in einer Anlage ohne Zäune sagt ihr zu. „Die ausländischen Gärtner haben so viel Ahnung vom Lebensmittelanbau und Ernährung — hier haben sie die Möglichkeit, ihr Wissen einzubringen“, schwärmt Balletta.

Momentan sind auf dem 2000 Quadratmeter großen Areal 19 Nationen vertreten, von den USA über Kenia bis hin zu China. Auf den Weg gebracht hat das Vorhaben die Projektgruppe des Zentrums Aktiver Bürger (ZAB) in enger Zusammenarbeit mit dem städtischen Baureferat, dem Quartiersmanagement sowie der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft „elan“.

Probleme im Multikulti-Garten? Die gibt es eher selten. „Wir waren alle Fremde, jetzt sind wir eine Familie“, sagt Nicole King, erste Vorsitzende des Vereins. Auch die Anfangszeit verlief größtenteils reibungslos: „Es hat zwar zu Beginn keiner so recht verstanden, was wir eigentlich vorhaben“, erinnert sich King, aber große Schwierigkeiten mit der Nachbarschaft habe es nie gegeben. Anders als in Nürnberg, wo sich 2010 die Initiatoren eines ähnlichen Projekts noch vor der Realisierung mit Anfeindungen herumschlagen mussten. Auch die Verständigungsprobleme habe man schnell in den Griff bekommen.

Interessenten für eine der 30 Parzellen im idyllisch gelegenen Garten an der Rednitz gibt es zuhauf. Mit einer Bewerberliste und einem persönlichen Gespräch wird eine Vorauswahl getroffen, zum Schluss entscheidet der Vorstand, ob jemand die ersehnten 25 Quadratmeter fruchtbaren Bodens in Beschlag nehmen darf. Doch künftig sollen nicht nur Mitglieder am Geschehen im interkulturellen Garten beteiligt sein, sondern auch die Bürger. „Wir möchten öfter Projekte anbieten, zum Beispiel gemeinschaftliches Kochen“, sagt Nicole King und fügt rasch hinzu: „Natürlich nur mit Zutaten aus unserem Garten.“ 

SANDRA STÖCKL

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