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Montag, 20.05.2019

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In Dambachs Schmuddelecke wird aufgeräumt

Stadt Fürth will ein neues Sanierungsgebiet rund um das Gebäude von Möbel Maag schaffen - 23.10.2009

Das verwaiste Möbel-Maag-Gebäude liegt im Zentrum des geplanten Sanierungsgebiets. Dort soll nicht nur die vorhandene Gebäudesubstanz analysiert werden, auch Defizite im öffentlichen Raum kommen unter die Lupe. © Roland Huber


Grünes Licht hat der Bauausschuss einstimmig für vorbereitende Untersuchungen gegeben. Dabei soll nach den Worten von Stefan Kunz, Abteilungsleiter für Städtebauförderung im Stadtplanungsamt, nicht nur die vorhandene Gebäudesubstanz analysiert werden. Auch Defizite im öffentlichen Raum kommen unter die Lupe.

In drei bis sechs Monaten sollen die Ergebnisse vorliegen. Dann kann über die Anmeldung für eines der zahlreichen Städtebauforderungsprogramme entschieden werden. Wenn alles nach Plan läuft, gibt es für Bauherrn künftig Zuschüsse. Bei den nun anlaufenden Untersuchungen wird ein Konzept zur Neuordnung des Areals zwischen Fuchsstraße und Weiherhofer Straße, Verlängerung Jagdstraße und Wiesengrund entwickelt und ein Plan für Maßnahmen zur Strukturverbesserung erstellt.

Straßenplan gestoppt

Negativ geprägt ist das Gebiet gegenüber dem Schickedanz-Wohnsitz durch den Leerstand des nach Insolvenz geschlossenen Möbelhauses Maag. Auch das wieder auf Eis gelegte Projekt einer Verlegung der Fuchsstraße hat nicht gerade zur Aufwertung beigetragen. Denn auf den für die neue Trasse erworbenen Grundstücken stagniert die Entwicklung.

Mit Rücksicht auf den Schutz der angrenzenden Trinkwasserfassung wollte die Kommune in direkter Linie zwischen Dambacher Brücke und Möbelhaus-Schaufensterfront einen neuen Talübergang schaffen. Doch der Plan einer Brücke, die sich mit ihren Spritzwasserschutzwänden wie ein Riegel durch das Rednitztal gezogen hätte, stieß auf heftigen Widerstand des Bundes Naturschutz und von Anliegerseite. Vor dem Ansbacher Verwaltungsgericht zog die Stadt Fürth den Kürzeren.

Das Gericht sah keine Notwendigkeit für eine Straßenverlegung, da der Fassungsbereich nach Einschätzung des Freistaats zu groß ausgelegt worden ist. Eine Problematik, die in der aktuellen Diskussion um einen Lastwagen-Stellplatz in der Südstadt jetzt erneut hochkocht. Oberbürgermeister Thomas Jung unterstreicht im Hinblick auf die Dambacher Entwicklung den großen Wert, den die Stadt auf den Trinkwasserschutz legt.

Eine gewerbliche Entwicklung im möglichen Sanierungsgebiet ist für den OB tabu. Zur Debatte stehe einzig und allein der Wohnungsbau. Baureferent Joachim Krauße schränkt jedoch gleich ein: «Wir wollen keine Nachverdichtung«. Vielmehr solle der Dambacher Ortsrand gefälliger gestaltet werden.

Die städtebaulichen Missstände im fraglichen Bereich beziehen sich auf ungenutzte oder unzureichend genutzte Gebäude ebenso wie auf Gestaltungsdefizite im öffentlichen Raum. Auf Grund der Lage wird befürchtet, dass die allgemeinen Weiterentwicklungen des Stadtbildes an dem Gelände vorbeigehen und die Defizite nicht von selbst verschwinden. 

Volker Dittmar

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