Premiere

Jetzt auch in Fürth: So lief der erste Flohmarkt nur für Mädels

12.10.2021, 11:40 Uhr
Schmuck, Taschen oder recycelte Altkleider: Der Mädels-Flohmarkt bedient den Trend, auch in puncto Kleidung auf mehr Nachhaltigkeit zu setzen.

Schmuck, Taschen oder recycelte Altkleider: Der Mädels-Flohmarkt bedient den Trend, auch in puncto Kleidung auf mehr Nachhaltigkeit zu setzen. © Foto: Laura Pickl

Auf den Kleiderstangen von Cassia Herzog und ihrer Freundin Mona Schirl reihen sich am Samstag bunte Klamotten und bestickte Taschen eng aneinander. Ihre Verkaufstische sind übersät mit Haargummis aus alten Krawatten, gemusterten Anglerhüten und außergewöhnlichen Schmuckstücken. Cassia Herzog bietet ihre handgefertigten Unikate das erste Mal auf einem Flohmarkt feil. Die Premiere des "Mädels-Flohmarkts" in der Fürther Stadthalle bot den beiden Freundinnen Anlass, ihre Einzelstücke unter modebegeisterte Frauen zu bringen.

Unter dem Namen cinta.case fertigt Cassia Herzog Produkte, die ausschließlich aus gebrauchten Stoffen gefertigt sind. "Die habe ich zum Beispiel aus einem alten Schlafsack aus den 90ern hergestellt", erklärt die Fürtherin und zieht eine dunkelgrüne, gefütterte Jacke hervor.

Damit liegt sie voll auf Kurs, denn auch der Mädels-Flohmarkt steht ganz unter dem Motto Nachhaltigkeit. "Das Thema liegt mehr im Trend als je zuvor", weiß Veranstalter Eberhard Fetzer. Es mache Freude, alten Dingen neues Leben einzuhauchen und "ihnen damit noch einen Nutzen zu geben", so der Messeveranstalter aus Immenstadt.

Seit 40 Jahren veranstaltet er Floh-, Trödel- und Antikmärkte, aber auch Sammlermessen wie etwa den 50er-Jahre-Markt, auf dem ausschließlich Gegenstände aus diesem Jahrzehnt verkauft werden. Vor rund zehn Jahren entstand die Idee zum Mädels-Flohmarkt.

"Angefangen hat es in Ulm", erinnert sich Fetzer. Mittlerweile kämen immer mehr derartiger Veranstaltungen dazu. Als er sich an die Verantwortlichen der Stadt Fürth gewandt habe, sei man regelrecht begeistert von seiner Idee gewesen. Nach langer Vorlaufzeit ist es nun sein Ziel, den Mädels-Flohmarkt in Fürth auf Dauer zu etablieren.

Auch Männer dürfen rein

Obwohl der Markt ausschließlich Kleidung für Frauen im Angebot hat, dürfen auch Männer durch die großzügigen Gänge zwischen den Ständen schlendern. "Wir haben festgestellt, dass es das eine oder andere Mal gar nicht so schlecht ist, wenn die Männer noch ein bisschen Geld für ihre Frauen drauflegen", erzählt Veranstalter Fetzer mit einem Augenzwinkern.

Etwa 50 Verkäuferinnen haben sich bereits am frühen Vormittag in der Stadthalle eingefunden, um ihre aussortierten Stücke auf den Tischen auszubreiten. Fetzer zufolge kommen etwa 90 Prozent der Händlerinnen aus der Region.

Auch Melli Berthold und ihre Mutter sind mit allerhand Second-Hand-Mode und Schmuckstücken im Gepäck nach Fürth gekommen. Die beiden sind allerdings bereits erfahren und regelmäßig auf Flohmärkten in der Region anzutreffen. "Das Beste ist, dass man vor dem Ansturm schon mal in Ruhe über den Markt schlendern und stöbern kann", schwärmt Melli Berthold.

Und wenn man selbst etwas Neues gefunden hat, tut es auch nicht mehr so weh, wenn ein geliebtes Teil verkauft wird, fügt sie lachend hinzu.

Wer den Mädels-Flohmarkt in Fürth verpasst hat – der nächste Termin in der Region steht bereits: Am 30. Oktober findet er von 11 bis 16 Uhr in der Erlangener Heinrich-Landes-Halle statt.

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