Samstag, 20.04.2019

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Jung verteidigt Pläne für das Ludwig-Erhard-Zentrum

Der OB kontert die Kritik an zu hohen Ausgaben der Stadt — „Imagegewinn“ für Fürth - 04.03.2013 09:00 Uhr

Der Blick vom Rathaus aus zeigt das Geburtshaus von Ludwig Erhard (weiß eingerahmt, in der Bildmitte) und den gegenüberliegenden Parkplatz, auf dem der Neubau des Zentrums entstehen soll. © Thomas Scherer


Im Internetangebot unserer Zeitung und in Zuschriften hatten etliche Fürther ihr Unverständnis darüber geäußert, dass die Stadt einerseits einen Sparkurs ausgegeben und entsprechende Einschnitte verordnet hat, nun aber einen namhaften Betrag für das Projekt zur Erinnerung an Ludwig Erhard, den Vater der sozialen Marktwirtschaft, aufbringen will.

Wie berichtet, soll nach einem Konzept des Fürther Ludwig-Erhard-Initiativkreises das Geburtshaus hinter dem Rathaus umgestaltet werden, auf der anderen Straßenseite ist ein Neubau für ein Dokumentations-, Begegnungs- und Forschungszentrum im Geiste Erhards vorgesehen.

Kürzlich hat eine breite Mehrheit des Stadtrats bereits einem Architektenwettbewerb zugestimmt, bei dieser Gelegenheit wurde auch eine erste Kostenkalkulation publik: Demnach muss die Kommune zehn bis höchstens 20 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von rund zehn Millionen Euro tragen. Den Löwenanteil sollen Fördermittel von Bund und Land decken, hinzu kommen erhebliche Mittel von Sponsoren.

Während die Kritiker finden, das Geld könne sinnvoller investiert werden, entsteht nach Jungs Meinung ein „Zentrum von nationaler Bedeutung“, das endlich auch der „herausragenden Bedeutung“ Erhards gerecht werde — und „in jedem Fall die Bedeutung Fürths steigen lässt“. Ähnlich hatten sich Sprecher von SPD und CSU geäußert.

Wie der OB nun auf FN-Nachfrage sagte, rechne die Kommune mit etwa 500 000 Euro Eigenbeitrag, denn zum einen gehe man vom maximalen 90-Prozent-Zuschuss durch Bund und Land aus; zum anderen werde der Verkauf des 748 Quadratmeter großen Baugrundstücks an den Initiativkreis die Kostenlast mindern.

Dass das Erhard-Zentrum ins Kulturförderprogramm des Freistaats aufgenommen wurde, hält Jung für ebenso „einzigartig“ wie die Zusage, dass alle Folge- und Betriebskosten Bund und Land übernehmen werden. Zudem seien 1,5 bis zwei Millionen Euro private Mittel zu erwarten

„Das hat es noch nie gegeben“, sagt der Rathauschef. Werde diese Chance nicht genutzt, „würde man noch in 30 Jahren den Kopf darüber schütteln“, meint er. 

Wolfgang Händel

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