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Montag, 20.01.2020

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Kein Spielbetrieb: Franken Timberwolves pausieren

Bei den Fürther Footballern steht erst einmal der Wiederaufbau im Fokus - 13.01.2020 12:32 Uhr

Die Franken Timberwolves (hellblau) haben die Konsequenzen aus dem Abstieg gezogen. Nach einem großen Aderlass tritt das Männer-Team erst einmal nicht mehr im Ligabetrieb an, um sich mit jungen Spielern neu aufzustellen. © Foto: Andreas Goldmann


"Es ist vorbei." Mit diesen Worten hat Michael Höldl im Sommer eigentlich die Saison gemeint, inzwischen aber ist klar: Vorbei ist auch erst einmal wieder die Geschichte der Herrenmannschaft der Franken Timberwolves, die in der kommenden Saison nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen wird.

"Wer die Saison mitverfolgt hat, hat gemerkt, dass gegen Ende hin das Personal schon recht knapp wurde", erklärt Paul Bernstein den Grund für das vorübergehende Ende der Herrenmannschaft. Aufgrund von Verletzungen haben die "Wölfe" in den beiden vergangenen Jahren immer wieder langfristige Ausfälle hinnehmen müssen. Jetzt haben altersbedingt – und vermutlich auch wegen des Abstiegs – einige Spieler den Verein verlassen.

Hoffen auf die Jugend

"Also haben wir uns entschlossen, nicht mehr am Spielbetrieb teilzunehmen, weil wir bei zu vielen Spielen aus Personalmangel hätten absagen müssen", so Bernstein weiter. Er ist Headcoach der U 19-Nachwuchsmannschaft. In die "Juniorwolves" stecken die Fürther Footballer ihre Zukunftshoffnungen.

Schon einmal, im Jahr 2008, waren die Timberwolves in einer ähnlichen Situation. Damals hat beinahe die komplette Mannschaft die Fürther in Richtung Noris Rams verlassen und die Jugend musste einspringen, um schon ein Jahr später einen letztlich erfolgreichen Neustart zu schaffen.

Wie lange es diesmal dauern könnte, da ist sich der Nachwuchstrainer nicht sicher: "Wenn wir nicht von außen neue Spieler herbekommen, dann reden wir da über einen Zeitraum von vielleicht drei Jahren. Falls doch, kann es schon in der Saison 2021 so weit sein, dass wir wieder eine Herrenmannschaft haben."

Einige Spieler aus der vergangenen Saison seien auch noch da und im Wartestand, ebenso der ehemalige Cheftrainer Michael Höldl. "Ich werde trotz interessanter Angebote erst einmal ein Jahr Pause machen, zu sehr hat mich das Abschneiden der Mannschaft mit diesem großartigen Potenzial geschmerzt."

Dabei setzt er sich durchaus auch selbstkritisch mit seiner Arbeit auseinander, denn obwohl die Strukturen bei den Timberwolves immer professioneller wurden, "ist es mir leider als Headcoach nicht gelungen, bei den Spielern die Prioritäten zum American Football zu versetzen."

Außer Höldl ist vom bisherigen Trainerteam sonst nur Bernstein geblieben. Der 36-Jährige war Trainer der Receiver. Seine U19 wird das Projekt "Wiederaufbau" in einer Spielgemeinschaft gemeinsam mit den Erlangen Sharks angehen und damit eine Zusammenarbeit ausbauen, die zuletzt schon in der U 16 gut funktionierte.

Trübsal blasen ist bei den Timberwolves jedenfalls nicht angesagt. Eher registriere Bernstein eine Aufbruchstimmung: "Wir sind zuversichtlich, dass wir an den Erfolg anknüpfen können. Die U 19 ist in der letzten Saison Meister geworden und das ist auf jeden Fall die Messlatte, die an uns gelegt werden wird. Wir müssen aber erst schauen, ob das mit den neuen Spielern wieder so gut klappt."

Neuer Vorstand

Auch neben dem Platz ordnen sich die Timberwolves neu, denn Nina Frauendorf hat – wie angekündigt – ihr Amt als Vorsitzende aufgegeben, um sich auf die Arbeit als Trainerin der U 16 zu konzentrieren.

Die vakante Stelle übernimmt der bisherige zweite Vorsitzende Bernd Dresel, der mit Wesley D. Fullmore einen neuen Vize bekommt. Zudem stößt Fullmore auch zum Trainerteam, dem neben ihm und Headcoach Bernstein noch Kevin Kelly, David Carr und Hendrik Maier angehören.

Auch wenn es jetzt einen Umbruch gibt – laut Bernstein ist das ein nicht unüblicher Vorgang im American Football – wollen sich die Timberwolves weiterhin gegen die Konkurrenz aus Nürnberg und Erlangen behaupten. "Wir wollen weiter als Fürther Mannschaft wahrgenommen werden. Wir sind stolz darauf, dass wir in Fürth sind und es hier außer uns kein anderes Footballteam gibt", gibt sich der 36-Jährige kämpferisch.

ANDREAS GOLDMANN

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