Kein Widerstand gegen Hallenbad-Pläne

Die Tage der alten Schwimmhalle sind gezählt.

Die Tage der alten Schwimmhalle sind gezählt. © Foto: Wraneschitz

In der Hallenbad-Frage zeichnet sich eine Lösung ab: ein kombinierter Neubau, der Grundschule und Hallenbad auf einem der beiden aktuell genutzten Grundstücke vereint. Diese Variante war bereits vor ein paar Wochen im Gemeinderat thematisiert worden.

Auf der Bürgerversammlung machte Emmert die Idee den rund 60 anwesenden Bürgerinnen und Bürgern schmackhaft. Zu seiner Verwunderung gab es im Anschluss an seinen Vortrag weder kritische Fragen noch Vorwürfe. "Das hat mich wirklich überrascht", sagte Emmert. Normalerweise erhitzt das Thema Hallenbad in Wilhermsdorf die Gemüter.

Langjährige Diskussion

Schon seit geraumer Zeit wird über die umfangreiche Sanierung der Sportstätte debattiert. Spätestens in fünf Jahren führt daran kein Weg mehr vorbei. Kostenpunkt: rund fünf Millionen Euro. Dies wäre für die Gemeinde nicht nur schwer finanzierbar, das Hallenbad würde im Anschluss vermutlich auch weiterhin sein jährliches Defizit einfahren.

Die Alternative, eine Kooperation mit Langenzenn, das ebenfalls ein sanierungsbedürftiges Hallenbad hat, war in einem Bürgerentscheid mit großer Mehrheit abgelehnt worden. Die Wilhermsdorfer befürchteten dabei vor allem, viel Geld für das Neubau-Projekt zahlen zu müssen, aber nur wenig Nutzen davon zu haben. Eine Einschätzung, die sich bestätigen könnte, denn mittlerweile sind die geschätzten Baukosten für das neue Langenzenner Hallenbad von ursprünglich 8,8 Millionen Euro auf fast 15 Millionen Euro angestiegen.

Zurück nach Wilhermsdorf. Dort ist man in der Hallenbad-Frage augenscheinlich nicht weiter als vor einem Jahr. Das kritisieren die "Badfreunde Wilhermsdorf". Der Verein hat dem Rathaus in einem offenen Brief mangelndes Engagement beim Erhalt der Schwimmstätte vorgeworfen. In der Folge wurde die Suche nach einer Lösung wieder mehr in den gemeindlichen Fokus gerückt.

Kaum noch Chancen sieht Emmert für die Idee, das parkähnliche Areal um das alte Hallenbad mit einem Schwimmteich auszustatten und das Gelände zudem für Veranstaltungen zu nutzen. Hier hätten sich nach den ersten Veranstaltungen zu viele Anwohner wegen Lärmbelästigung beschwert, so der Bürgermeister.

Tatsächlich scheint der kombinierte Neubau aus Hallenbad und Grundschule auf große Akzeptanz zu stoßen. Beide Einrichtungen müssten ohnehin in den nächsten Jahren generalsaniert werden. Die Gesamtkosten würden laut Schätzungen der Gemeinde zwischen 13 und 17 Millionen Euro liegen, betonte Emmert auf der Bürgerversammlung. Für Wilhermsdorf würde das einen Kostenanteil von etwa sechs bis sieben Millionen Euro bedeuten.

Viele Vorteile zählte Emmert auf: Durch die Zusammenlegung der beiden etwa 700 Meter voneinander entfernten Gebäude könnten Unterhaltskosten für Personal und Energie eingespart werden. Einen Großteil der nötigen Energie könnte direkt auf der Fläche der Gemeinde durch Windkraft und Biogas erzeugt werden.

Der Neubau wäre eine nachhaltige Lösung, ist man sich im Rathaus sicher. So brächten Sanierungen nur eine Verlängerung der Lebensdauer der Gebäude um etwa 20 bis 25 Jahre. Ein Neubau hingegen liefere Planungssicherheit für 35 bis 40 Jahre.

Geld durch Verkäufe

Einen Teil der Neubaukosten könnte die Gemeinde, laut Emmert, durch Verkäufe der nicht genutzten Flächen auf den beiden Grundstücken abdecken. Dennoch wären noch ein paar Millionen Euro abzudecken.

Letzter Pluspunkt: Bei einer Sanierung des Hallenbades müsste dieses sechs bis 15 Monate geschlossen bleiben. Bei dem kombinierten Neubau auf dem Gelände der Schule wäre das alte Bad so lange nutzbar, bis das neue fertig ist.

"Es könnte trotz allem schwierig werden, die Bürgerinnen und Bürger von der Finanzierung des Neubaus zu überzeugen", glaubt Emmert. Möglicherweise wird es aber auch einfacher als gedacht. Zumindest auf der Bürgerversammlung war keine große Gegenbewegung auszumachen.

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