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Kläranlage wird wieder zur Großbaustelle

Der Siedlungsdruck und Vorschriften zwingen zum Bau von drei neuen Nachklärbecken - 30.05.2012 22:00 Uhr

Auf der Baustelle in der Fürther Kläranlage studieren (von links) Betriebsleiter Herbert Belian, Bau-Sachgebietsleiter Arthur Sieder und Projektleiter Raiko Kalich den Plan für die drei Nachklärbecken. © Mark Johnston


Weil die Stadt und der Landkreis im Einzugsbereich der Kläranlage noch immer Zuzügler anlocken, stößt der Betrieb zur Abwasserreinigung ohne ständige Erweiterung unweigerlich an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit. Obendrein machen die immer strengeren Vorschriften zum Reinigungsgrad teure Nachrüstungen notwendig. Zuletzt musste in der Kläranlage für acht Millionen Euro ein zweiter Faulturm zum Trocknen des Klärschlamms errichtet werden.

Auch die Nachklärbecken aus den 70er Jahren genügen nicht mehr den Anforderungen an die Technik. Feine Schwebstoffe können nicht mehr in erforderlichem Maß herausgefiltert werden. Das soll mit den neuen Becken kein Problem mehr sein. Mit einem Durchmesser von 53 Meter sind sie wesentlich größer als ihre Vorgänger. Nachbarn jedoch reagierten allergisch und zogen vor Gericht. Verhindern konnten sie das Vorhaben der Kommune nicht. Es verzögerte sich jedoch erheblich. Der Baubeginn war ursprünglich im April 2003 geplant.

Mit etwa zwei Jahren Bauzeit rechnet Kläranlagenbetriebsleiter Herbert Belian. Die drei alten Nachklärbecken sollen zwar stillgelegt, aber zunächst noch nicht abgebrochen werden. Hier könnten einmal weitere Einrichtungen der sogenannten Nachreinigungsstufe entstehen. Der Platz im städtischen Klärbetrieb ist ohnehin knapp geworden. Um Raum für die neuen Nachklärbecken zu schaffen, mussten bereits zahlreiche Schrebergärten der angrenzenden Kolonie „Land in Sonne“ aufgelassen werden.

Nachdem die Baufläche planiert worden war, musste mit zahlreichen Bohrungen auch noch der Grundwasserspiegel gesenkt werden. Inzwischen sind die Vorbereitungen abgeschlossen und der Aufbau in vollem Gange. Die bislang für eine Abwasserfracht von 260000 Menschen dimensionierte Kläranlage soll mittelfristig auf 330000 Einwohner ausgelegt werden. Um ein Überlaufen der Kanalisation nach starken Regenfällen zu verhindern, wurden bereits zahlreiche Stauraumkanäle und Rückhaltebecken angelegt. Die Flüsse sind inzwischen deutlich sauberer geworden. Wegen der Keimbelastung allerdings zum Baden noch nicht geeignet.

 

VOLKER DITTMAR

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