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Kleine Schritte in die richtige Richtung am Fürther Bahnhof

Toilettenhäuschen, Putz an der Fassade und ein wichtiger Gesprächstermin - 07.07.2012 18:00 Uhr

Fürths Hauptbahnhof von hinten: Dort, wo sich früher der Hausbahnsteig befand, verputzen derzeit Arbeiter die Fassade. Bis zur lang ersehnten Generalsanierung des Gebäudes dürfte aber noch einige Zeit ins Land gehen. © Günter Distler


Am Hauptbahnhof sind die Handwerker zugange. Wer auf einen Zug wartet, kann dabei zusehen, wie die Rückseite des Gebäudes verputzt wird. Auf die FN-Anfrage, woher die plötzliche Betriebsamkeit rührt, wusste ein Bahnsprecher gestern aber keine Antwort. Mit der jüngsten Ankündigung des Vorsitzenden der Deutschen Bahn AG, das marode Gebäude rasch erneuern zu wollen, sind diese Arbeiten wohl kaum in Zusammenhang zu bringen.

Allerdings geht es offenbar auch in Sachen Generalsanierung voran: Nach Angaben aus dem Rathaus meldete sich am Dienstag ein DB-Vorstandsmitglied und bat um ein Treffen noch in diesem Monat. Das Gesprächsthema: der Hauptbahnhof. Oberbürgermeister Thomas Jung führt den Anruf auf das Engagement von Bahnchef Rüdiger Grube zurück. Dieser hatte vor zwei Wochen am Rande des Metropolmarathons versprochen, persönlich Bewegung in die Angelegenheit zu bringen.

„Es freut mich, dass unser Bahnhof nun offenbar einen höheren Stellenwert genießt als zuvor“, betont Fürths Rathauschef. Es sehe so aus, als wolle die Bahn „entschlossen zu Werke gehen“, sagt Jung und nennt in diesem Zusammenhang auch die bereits laufende „Machbarkeitsstudie“ zur Sanierung, mit der ein Architekturbüro beschäftigt ist.

Hocherfreut über Grubes Äußerungen zeigt sich auch der Fürther Bundestagsabgeordnete Uwe Kekeritz (Die Grünen), der sich seit längerem für die Sanierung des weitgehend leer stehenden Bahnhofsgebäudes einsetzt. Zwar erinnert er daran, dass es in der Vergangenheit schon einige Zusagen der Bahn gegeben hat, aber, so Kekeritz: „Jetzt haben wir das öffentliche Versprechen von der Konzernspitze an Stadt und Bürger, den Bahnhof in Schuss zu bringen.“

Dennoch will Kekeritz weiter Unterschriften sammeln. „Je mehr Fürther sich beteiligen, desto eindrucksvoller ist das Signal an die Bahn, dass die Leute ein Interesse an einem lebendigen Bahnhof haben“, wirbt er für die Aktion und fügt hinzu: „Wir werden Herrn Grube nicht aus seinem Versprechen entlassen.“

Rathauschef Jung hegt zwar keine Zweifel, dass in den kommenden Monaten etwas vorangehen wird, wohl aber, was den Terminplan betritt. Dass die Sanierung, wie Grube gegenüber den FN gesagt hatte, schon beim nächsten Metropolmarathon beendet sein wird, kann sich Jung beim besten Willen nicht vorstellen und schränkt ein: „Vielleicht meinte Herr Grube damit ja den Abschluss der Planungen.“

Jung zufolge werden allen Beteiligten noch „einige schwierige Entscheidungen“ abverlangt. Der Oberbürgermeister sieht bereits einen Konflikt „zwischen der reinen Lehre des Denkmalschutzes und der wirtschaftlichen Nutzung des Bahnhofsgebäudes“ heraufziehen. Allerdings müsse jetzt erst einmal die Studie der Architekten abgewartet werden, die im Herbst fertig sein soll.

Hoffnung, dass sich die Bahn am Ende doch bewegt, können ausgerechnet Toiletten wecken. 2009 hatte die Bahn das stille Örtchen am Hausbahnsteig geschlossen und trotz heftiger Beschwerden nicht für Ersatz gesorgt. Wie berichtet, hat sich das geändert. Seit rund zwei Wochen steht vor dem Westflügel des Bahnhofs – nahe der Post – ein Container mit Damen- und Herren-WC. Geöffnet täglich zwischen 7 und 19 Uhr.

VON JOHANNES ALLES

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