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Kommentar: Tat ohne Täter

Bittere Schlappe für die Stadt - 01.04.2011 09:00 Uhr

Eine historische Ansicht des Festsaals im Park-Hotel. Die Stuckverzierungen an den Wänden (oberhalb der Spiegel) wurden im vergangenen Jahr mutwillig zerstört. © privat


Es klingt absurd. Da wird der Denkmalschutz mit Füßen getreten, es besteht sogar ein dringender Verdacht von wem; doch die Verantwortlichen für diesen Kunstfrevel lassen sich nicht zur Rechenschaft ziehen. Man kann wohl ausschließen, dass unbekannte Dritte heimlich in das Park-Hotel eingestiegen sind, um aus purer Zerstörungswut Stuck abzuschlagen. Genauso wenig dürfte dieser über Nacht einfach von der Wand gefallen sein.

Nein, diese Tat wurde vermutlich vorsätzlich und mit einem Hintergedanken begangen. Dass sich nun trotzdem niemand dafür verantworten muss, liegt vor allem daran, dass kein aussagewilliger Zeuge die Zerstörung beobachtet hat oder deren Auftraggeber benennen kann.

Die deutsche Rechtsprechung lässt nicht zu, dass jemand belangt wird, nur weil ein anderer einen Verdacht hat, so dringend dieser sein mag. Man muss einen Vorwurf schon hieb- und stichfest beweisen, und das — so bitter es in diesem Fall sein mag — ist auch gut so.

Natürlich kann die Kommune keine Zeugen aus dem Boden stampfen, dennoch ist das Scheitern der Ermittlungen eine Schlappe für

die selbst ernannte Denkmalstadt Fürth — auch für deren Rathauschef. Thomas Jung hatte öffentlichkeitswirksam die Höchststrafe für den Täter gefordert, der nun doch nicht ermittelt wurde.

Bitter ist die ganze Angelegenheit aber auch für die Allgemeinheit: Wieder einmal ist ein kleines Stück Fürther Kulturgut unwiederbringlich verloren gegangen.

  

JOHANNES ALLES

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