Vom Veterinäramt beschlagnahmt

Kotverschmiert und ausgehungert: 45 Tiere in Franken gerettet - "Missbraucht als Zuchtmaschinen"

Tobi Lang
Tobi Lang

Redakteur

E-Mail zur Autorenseite

24.2.2022, 15:02 Uhr
30 Kaninchen und 15 Hühner wurden gerettet.

© Tierheim Nürnberg 30 Kaninchen und 15 Hühner wurden gerettet.

Die Umstände, unter denen 30 Kaninchen und 15 Hühner lebten, müssen schrecklich gewesen sein. Die Tiere, sagt das Tierheim, waren extrem mit Kot verschmierten, hausten in ihren eigenen Exkrementen, die Krallen bluteten. Am Montag rückte das Veterinäramt gemeinsam mit der Polizei bei einem Züchter in Wilhermsdorf (Landkreis Fürth) an, um das Leid zu beenden.

"Die Haltung der Tiere erfolgte nicht art- und verhaltensgerecht in Stallungen", teilt das zuständige Landratsamt mit. Die "vorgeschriebenen Mindestflächen" seien nicht eingehalten worden, zudem war die "adäquate Futter- und Wasserversorgung nicht sichergestellt", heißt es. Dem Mann wurde grundsätzlich verboten, Tiere jeder Art zu Halten. Zudem müsse der selbsternannte Züchter die Kosten der Maßnahme tragen.

"Seit vielen Jahren mussten sie ihr Leben in katastrophaler Haltung fristen", teilt das Tierheim mit, "missbraucht als Zuchtmaschinen, um mit den Babys Geld zu machen". Die Retter haben alle Kaninchen und Hühner vorerst aufgenommen. Aktuell werden sie in einer Quarantänestation behandelt. "Der pflegerische Aufwand ist groß", sagt Miriam Zimmermann, Sprecherin des Tierheims. "Das ist natürlich eine Herausforderung und nicht problemlos machbar." Man habe zusätzlich sporadische Gehege aufgestellt, aktuell werden die Tiere nach und nach untersucht. Ein Kraftakt.

"Hühner stürzen sich auf jedes Futter"

Der Zustand der Kaninchen sei durchwachsen. Die Krallen der Tiere seien viel zu lang, zum Teil blutig, die Ohren und Augen entzündet. "Die Hühner stürzen sich regelrecht auf jedes Futter", erklärt Zimmermann. Wie lange sie nicht adäquat versorgt wurden? "Das können wir auch nur erahnen."

Jetzt soll alles besser werden für die Tiere. "Das erste Mal in ihrem Leben dürfen sie jetzt artgerechtes Futter, artgerechte Haltung und vor allem Fürsorge und Zuwendung erleben und müssen nie mehr als Gebärmaschinen dienen", teilt das Tierheim mit. Die Kaninchen und Hühner bleiben vorerst in Quarantäne. Sobald alle Untersuchungen abgeschlossen und alle Rammler kastriert sind, "dürfen sie auf die Suche nach einem neuen artgerechten zuhause gehen", so die Retter.


Das Tierheim bittet um Spenden. Menschen, die die Arbeit der Einrichtung unterstützen möchten, können per Paypal (info@tierheim-nuernberg.de) oder Banküberweisung (IBAN: DE55 7605 0101 0001 1207 52; BIC: SSKN
DE77 XXX) Geld überweisen. Sachspenden sind über diese Wunschliste möglich.

1 Kommentar