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Krasses Defizit: Preise im Veitsbad steigen

Die Gemeinde sieht sich zum Handeln gezwungen - 23.04.2021 11:00 Uhr

Noch ist unsicher, ob und wann das Veitsbad – hier ein Bild von 2020 – öffnet, die Tarife aber wurden schon mal angehoben.

18.04.2021 © Foto: Florian Burghardt


Ob das Veitsbad mit Blick auf die Entwicklung der Pandemie in diesem Jahr überhaupt geöffnet werden kann und – falls ja – wann genau, ist bislang völlig offen. "Wir müssen das auf uns zukommen lassen", sagt Bürgermeister Marco Kistner (CSU).


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Doch klar ist bereits jetzt: Sollte das Bad laut Infektionsschutzgesetz irgendwann aufsperren dürfen, wird dies wie bereits im vergangenen Jahr nur mit einem Hygieneschutzkonzept und damit mit deutlich erhöhtem Aufwand möglich sein.

Dieser Mehraufwand für Reinigung, Sicherheits- sowie Check-In-Personal wird erneut Mehrkosten verursachen. Veitsbronns Kämmerer Klemens Schacher erwartet für den Betrieb im Jahr 2021 deshalb einmal mehr ein stattliches Defizit, diesmal in Höhe von rund 325 000 Euro.

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Durch die erhöhten Eintrittspreise soll das Minus zumindest ein Stück weit abgefedert werden. Denn die Haushaltslage ist weiterhin angespannt. Frühschwimmer müssen demnach anstatt der bislang zwei Euro künftig 2,50 Euro (ermäßigt 1,80 Euro) zahlen. Der Preis für "Familienschwimmer" erhöht sich von vier auf fünf Euro (ermäßigt 3,10 Euro).

Verwaltung wollte noch mehr

Ab 18 Uhr werden nicht mehr wie bislang zwei Euro fällig, sondern 2,50 Euro (ermäßigt 1,80 Euro). Und für ein Familienticket zahlt man künftig zehn Euro (keine Ermäßigung) anstatt 8,50 Euro. Abhängig von der Zahl der Öffnungstage und vom Besucheraufkommen wird durch diese Preiserhöhung mit einem Plus in Höhe von rund 10.000 Euro gerechnet. Die Verwaltung hatte ursprünglich Preis-Steigerungen angeregt, die voraussichtlich Mehreinnahmen von rund 30.000 Euro gebracht hätten. Die Mehrheit des Gemeinderats wollte das allerdings nicht mittragen.

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Peter Lerch (SPD) lehnte die Preiserhöhungen, die vorgeschlagen worden waren, rundheraus ab. "Eine Steigerung um 50 Prozent ist unsozial und nicht moderat", sagte er. Dem schloss sich Jörg Lehnberger (SPD) an; er erklärte aber, nicht grundsätzlich etwas gegen Anhebungen zu haben.

WBH gegen Erhöhung

Dritter Bürgermeister Wolfgang Menzl (WBH) indes plädierte dafür, die Preise gar nicht zu erhöhen und verwies in diesem Zusammenhang auf den "sozialen Gedanken". Auch Wolf-Dieter Hauck (WBH) wollte an den alten Tarifen festhalten.

Thomas Batari (CSU) hingegen erinnerte seine Kollegen daran, dass man den Haushalt "nur knapp genehmigt bekommen habe" und eine "ehrliche Finanzpolitik" ernst nehmen müsse. Deswegen unterstützte er den Vorschlag der Verwaltung ausdrücklich. "Ich verstehe den sozialen Aspekt voll und ganz. Trotzdem müssen wir den Mehraufwand weitergeben", sagte Batari und regte an, dass sich die Fraktionen noch einmal zusammensetzen sollten, um nach Einsparpotenzialen zu suchen.

"Nur einmal ausgeben"

"Wir brauchen Vorschläge für Streichungen im Haushalt. Geld kann man schließlich immer nur einmal ausgeben", betonte auch Stefan Landauer (CSU). Eine Preissteigerung wäre seiner Meinung nach wegen des gestiegenen Aufwands durchaus gerechtfertigt.

Die Mehrheit des Gemeinderats sprach sich schließlich dafür aus, noch einmal Alternativen auszuloten. Zudem einigte man sich auf die moderate Anhebung der Preise. Die Vorschläge der Verwaltung wurden entsprechend abgelehnt.

Die Beschlüsse zu zwei weiteren Punkten wurden vertagt – darunter das offizielle Ende der Badesaison sowie die Frage, ob auch nach dem 1. September die Badetemperatur auf 23 Grad hochgeheizt werden soll.

Nina Daebel

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