Künstler laden Künstler ein

17.10.2014, 11:40 Uhr

© Archivfoto: Johnston

Wie alle guten Ideen ist auch diese verblüffend einfach: Fürther Künstler laden andere Kunstschaffenden ins eigene Atelier ein und schaffen so eine ungewöhnliche Spielstätte für gemeinsame Präsentationen. Eine „Gastspiel“-Form, die sich bewährt hat und Jahr für Jahr viele Neugierige in Bewegung setzt.

„Dieser Kunst-Parcours im Herbst durch Fürth ist ja längst zur veritablen Institution geworden“, sagt auch Anja Molendijk, die gemeinsam mit den Kollegen Axel Voss, Joseph Stephan Wurmer und Lutz Krutein für die Organisation verantwortlich ist. Molendijk selbst hat diesmal ihre Einladung nach München geschickt und zwar zu Florian Süssmayr. Der Maler hat in diesem Sommer im japanischen Kobe und in New York ausgestellt. Nach Fürth hat er nun unter anderem Nahansichten aus Orten mitgebracht, die selten länger als nötig inspiziert werden. Anja Molendijk zeigt parallel dazu schwarze Bilder, die Süssmayrs Themen berühren. Eine ihrer Arbeiten trägt als Titel, was auch als Motto taugt: „come close but beware“ – komm näher, aber sei auf der Hut.

Einer, der sich mit Un-Orten auskennt, ist auch Oliver Boberg. Er wird bei Franz Janetzko zu Gast sein und Fotoleuchtkästen mitbringen. Mathias Otto kommt aus Nürnberg zu Axel Voss, der seinen Besucher den „Meister der Finsternis“ nennt. Voss zeigt Zeichnungen und Siebdrucke, die aus seiner intensiven Auseinandersetzung mit einer Reise nach China resultieren. Im Mittelpunkt steht bei ihm dabei der weise Sunzi, der vor gut 2500 Jahren mit „Die Kunst des Krieges“ das wohl erste Buch über Strategie schrieb. Aus Nördlingen reist Helmut Ranftl an und besucht den Maler und Bildhauer Joseph Stephan Wurmer. Ranftl kommt mit Malerei und Collagen, sein Gastgeber präsentiert den Besuchern seine aktuellen Auseinandersetzungen mit seiner Werkgruppe „Chaos und Ordnung“.

Das Frankfurter „Atelier Goldstein“ gastiert fürs Kunst-Wochenende bei Reiner Bergmann und dem Borgo Ensemble, während zum Beispiel Inge Gutbrod und Ursula Kreutz Installationen zeigen. Hörbar macht sich im breitgefächerten Programm Thomas Mohi. Er bittet am Sonntag zum Konzert des Mohiphonic Orchestras. Dreh- und Angelinstrument ist in diesem Fall selbstredend sein Mohichord, ein Klangobjekt, das sich einem Musikinstrument annähert, dabei aber mehr als nur einen Sinn anspricht. Zum Aufspielen finden sich bei Mohi dann Andreas Hansl (Gitarre), Ralf Bauer (Posaune), Walter Lohner (Percussion), Andreas Walther und Thomas Wippich ein.

Voll belegt sein wird natürlich auch das CLINC, in den Räumen der ehemaligen Kinderklinik treffen Kreative aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen. Das Spektrum reicht von Objektkunst bis Fotografie. Dafür, dass auch noch das Medium Film ins Spiel kommt, hat der Maler und Grafiker Christoph Haupt gesorgt und den Filmmacher Michael Arias nach Fürth eingeladen.

Termine und Adressen zum „Gastspiel 2014“ (Samstag von 15-21 Uhr und Sonntag von 11-19 Uhr) sind in den ausliegenden Flyern zusammengefasst oder im Internet: http://kunstnuernberg.de/
gastspiel-2014-fuerth

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