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Langenzenn: Tonabbau bei Koramic kann starten

Die Firmengruppe Reithelshöfer hat das Gelände gekauft und grünes Licht in Horbach bekommen - 16.01.2021 17:00 Uhr

Verkauft und zum weiteren Tonabbau freigegeben: das riesige Gelände des Ziegelherstellers Koramic am Langenzenner Ziegenberg. Nun gehört es der Reithelshöfer-Gruppe und darf weiter ausgebeutet werden. Eine Deponie ist nicht genehmigt.

14.01.2021 © Foto: Hans Peter Reitzner


Das Unternehmen Koramic in der Ziegelei-Stadt Langenzenn, zuletzt zur Wienerberger-Gruppe gehörig, ist 2018 in Turbulenzen geraten, hat Mitte 2019 den Betrieb eingestellt und zuletzt das gesamte Gelände mit 46 Hektar Fläche an die Firmengruppe Michael Reithelshöfer verkauft. Genauer: an die Grundstücksentwicklungsgesellschaft Langenzenn GmbH (GE-L), die Teil des Reithelshöfer-Konglomerats ist.

Projekt Nummer eins

Zu dem Riesen-Areal am Ziegenberg, das im Langenzenner Rathaus unter dem Titel "Z-Quartier" läuft, gehören das Gewerbegelände mit den früheren Produktionsstätten, die im Gebrauch befindliche Tongrube und auch die Erweiterungsflächen für einen späteren Abbau. Die gültigen Genehmigungen für den Tonabbau dort sind mit Bescheid des zuständigen Bergamtes Nordbayern auf die GE-L übertragen worden.

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Die Reithelshöfer-Gruppe, , will auch den Ton am Koramic-Standort Ziegenberg abbauen und die Grube im Anschluss verfüllen.

Einigung mit der Stadt

Das Langenzenner Liegenschaftsamt teilt mit, dass die Firma und die Stadt sich darauf geeinigt haben, dass der sogenannte "Verfüll-Leitfaden von Gruben, Brüchen und Tagebauen" eingehalten werden müsse und maximal Stoffe der "Schadstoffklassen bis Z2" abgelagert werden dürften.

Bürgermeister Jürgen Habel (CSU) teilt mit: Nach "langen Verhandlungen mit dem neuen Eigentümer" habe die Stadt erreicht, dass sich die Firma freiwillig verpflichtet, auf den Bau jeglicher Deponie oder gar Verbrennung zu verzichten, "obwohl diese nach den geologischen Verhältnissen wahrscheinlich genehmigungsfähig hätte sein können", so verlautet aus dem Rathaus.

Kaum eine Handhabe

Nach monatelangen Beratungen und Experten-Befragungen im Stadtrat habe sich herauskristallisiert: Es dürften, nach dem Abbau des Bodenschatzes, ein Drittel Bauschutt und zwei Drittel Erdaushub verfüllt werden; ein Ja oder Nein der Stadt sei ohne rechtliche Bedeutung, meint die Genehmigungsbehörde – "sogar noch weniger als bei den Gewächshäusern", formuliert es Habel und spielt auf den lodernden Streit um Unterglas-Gewächshäusern auf zehn Hektar in Keidenzell und Hardhof an.

Während die GE-L das brachliegende Koramic-Betriebsgelände großteils selbst nutzen will, werde sie der Stadt im Lauf der nächsten Jahre den Rest zur Miete oder zum Kauf anbieten, so Bürgermeister Habel. Auch für alle weiteren GE-L-Grundstücke ist der Kommune ein Vorkaufsrecht eingeräumt worden.

Schließlich plant Langenzenn dort ein ehrgeiziges Vorhaben: Nach dem Ende eines Tonabbaus – die Vorkommen scheinen weitgehend ausgebeutet – soll auf dem riesigen Gelände ein Umweltpark mit Grünanlagen, Natur-Lehrpfad und Lebensraum für schützenswerte Tier- und Pflanzenarten, Parks und Spielplätzen auf 30 Hektar Fläche entstehen – der Stadtrat hatte 2019 ein Änderungsverfahren des Flächennutzungsplans beschlossen.

Projekt Nummer zwei

Der Tonabbau in der alten Lehmgrube der historischen Ziegelei Lotter & Stiegler im Ortsteil Horbach im Langenzenner Osten läuft bereits. Die dortige rührige Bürgerinitiative hat den Kürzeren gezogen.

Das Bergamt Nordbayern hat bei der Regierung von Oberfranken in Bayreuth den Tontagebau bergrechtlich genehmigt und die seit Mitte der 80er Jahre betriebene, dann aber jahrelang stillliegende Tongewinnung abgesegnet. Nach dem Abbau, so heißt es im Bescheid, sei auch die "Verwendung von Fremdmaterial" vorgesehen.

Das Bergamt moderiert bei einem Runde Tisch

Um den Belangen der Anlieger Rechnung zu tragen, hat das Bergamt einen Runden Tisch festgelegt, der den Nachbarn in regelmäßigen Abständen Gelegenheit geben soll, dem Unternehmen Probleme beim laufenden Betrieb zu schildern und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Das Amt will die Treffen moderieren, so Bergdirektor Norbert Weiß.

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