Montag, 30.03.2020

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Langenzenner griffen in ihrem Wald zum Spaten

2000 Laubbäume sollen eine Kiefern-Monokultur ersetzen - Knochentrockener Boden - 22.12.2019 21:00 Uhr

Ein Ende der Kiefern-Monokultur ist im Forst rund um Langenzenn erwünscht. Damit dort ein Mischwald entstehen kann, halfen Bürger beim Pflanzen mit. © Heinz Wraneschitz


Windböen, Regenschauer, feuchtkalte Luft: Das Wetter war nicht gerade so, dass Bäumepflanzen im Wald eine spaßige Sache zu werden versprach. Dennoch kam eine ganze Reihe freiwilliger Helfer in den Langenzenner Stadtwald zwischen Laubendorf und Dürrnbuch, um die Kommune beim Waldumbau zu unterstützen.

Natürlich hätten die Organisatoren von "Langenzenn pflanzt" gerne noch mehr helfende Hände gehabt. Immerhin müssen in dem durchforsteten, gemulchten Waldstück etwa 2000 Bäumchen in die Erde. "Die Setzlinge, die noch übrig sind, pflanzt jetzt ein Forstunternehmer ein", das hat Raymund Filmer bereits vereinbart.

Wie die FN berichteten, hatte der Revierförster gemeinsam mit dem Naturamt Langenzenn vier Wochen zuvor den theoretischen Teil der Pflanzaktion absolviert. Damals waren einige Bürger mehr dabei gewesen. Doch die Mitwirkenden am Praxistag, darunter Bürgermeister Jürgen Habel, schienen doppelt motiviert. Förster Filmer wiederum hatte aus den Reihen der Forstverwaltung einige Fachleute rekrutiert, die den Freiwilligen erklärten, wie eine Pflanzaktion optimal abläuft.

"Wo ein Stecken steht, muss eine Pflanze rein." Im Abstand von jeweils zwei Metern hatte Filmer Reihen aus Bambusstöckchen gesteckt. Und je nachdem, welche Baumarten dort gepflanzt werden mussten, war die Entfernung zwischen 70 und 150 Zentimetern gewählt. "Der Stock muss hinterher auch wieder rein, damit wir die Pflanzen wiederfinden", klärte der Förster auf. Denn vor allem die Brombeersträucher überwuchern schnell mal den Boden. Weshalb die Pflanzung fünf Jahre lang hin und wieder einer Kontrolle bedarf. Dafür gebe es Zuschüsse, wie auch für die Einzäunung, die das Wild abhalten soll. Erklärungen, die gerade die Helfer interessierten, die eigenen Wald besitzen.

Sehr konkret war übrigens der Pflanzplan. Außen an der neuen Schonung wurden im Wechsel Pfefferhütchen, Weißdorn und Hartriegel gesetzt. Diese Sträucher sollen auch den Wind etwas abhalten. Die Baumreihen selbst bestehen jeweils aus vier Hainbuchen und einer der eigentlich angestrebten Baumarten: Stieleiche, Rotbuche, die aus der Türkei stammende Baumhasel sowie Esskastanie.

Nun wird es einige Jahre dauern, bis es eine Antwort auf die Frage gibt, ob sich die Mühe gelohnt hat, die bisherige fade Kiefern-Monokultur durch Laubbäume zu ergänzen. Denn einerseits ist nicht sicher, wie sich der Klimawandel auswirkt. Andererseits war beim Eingraben der Wurzeln an jedem Loch ein Problem unübersehbar: Trotz des Regenwetters war es schon knapp unter der Oberfläche knochentrocken. Ohne ausreichend Wasser aber können die neuen Pflänzchen sehr schnell vertrocknen.

Heinz Wraneschitz

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