Langenzenns Heimatverein beklagt "Skandal"

Dass die Erweiterung des Heimatmuseums auf die lange Bank geschoben wird, ist für Kurt Sellner (im Bild in der historischen Apotheke) „ein Skandal“.

Dass die Erweiterung des Heimatmuseums auf die lange Bank geschoben wird, ist für Kurt Sellner (im Bild in der historischen Apotheke) „ein Skandal“. © Foto: privat

Sellner nutzte die Gelegenheit und hielt eine mehrere Minuten dauernde Ansprache in Richtung der rund 70 Anwesenden. Dabei blickte er auf die vergangenen zehn Jahre zurück, in denen sich der Heimatverein für die Erweiterung des Museums eingesetzt hatte. "Den Verein hat das Unmengen an Zeit und Geld gekostet. Doch bis heute ist nichts daraus geworden", sagte Sellner. Den Stadtrat bezeichnete er als "Verzögerungsverein" und forderte ihn dazu auf, endlich etwas zu tun. Außerdem wollte er wissen, in welcher Priorität das Heimatmuseum rangiere.

Bürgermeister Jürgen Habel stellte klar, dass immer wieder Maßnahmen dazwischen kamen, die "sehr viel wichtiger" gewesen seien. Unter anderem verwies er auf die Sanierung der Mittelschule für rund 13 Millionen Euro, die zwingend und eine gute Investition in die Zukunft gewesen sei. Dass sich diesbezüglich im kommenden Jahr etwas ändern könnte, sei nicht zu erwarten, so Habel.

Personeller Engpass

Im Hochbau stehe der Verwaltung nur ein einziger technischer Mitarbeiter zur Verfügung. Der sei 2019 voraussichtlich in drei Großprojekte involviert, darunter den Neubau der Feuerwache mit angeschlossenem Stadtarchiv. "Deswegen werden auch im nächsten Jahr die Projekte geschoben, die nicht zwingend sind."

Ein Thema, das man nicht schieben könne, sei indes die "BiergartenOase" Langenzenn. Hier gebe es bezüglich der Gebäude ein Problem, erklärte Habel. Die seien nämlich nur in einfacher Bauweise errichtet und nur zur vorübergehenden Nutzung genehmigt worden, weil nicht klar gewesen sei, ob der Biergarten erfolgreich sein würde. Ende 2019 nun werde die Testphase auslaufen, und bereits jetzt sei klar: "Der Biergarten ist ein toller Erfolg, er zieht viele Besucher an", so Habel. Nun müsse frühzeitig geplant werden, wie es mit den Gebäuden weiter gehen soll. Wegen der Nähe zur Stadtmauer sei dabei auch der Denkmalschutz einzubeziehen.

Neues erwartet die Langenzenner indes bei ihrer Straßenkirchweih, die 2019 ihren Probebetrieb auf dem sogenannten Besenbeck-Parkplatz aufnehmen soll. "Lange und intensiv" ist Habel zufolge über diese Verlegung diskutiert worden. Weil die Straßenkirchweih mit ihren vielen Lücken ihrem Namen längst nicht mehr gerecht werde, habe man sich letztlich für die Verlegung entschieden. Der Kärwa-Ausschuss soll nun eine Lösung für die Zukunft finden.

Dass die Kärwa unbedingt als Straßenkirchweih erhalten werden müsse, betonte Florian Kesselring. Der Vorsitzende des neu gegründeten Gewerbevereins "Langenzenn Vision - Unternehmen für die Zukunft" stellte einen entsprechenden Antrag und forderte zudem, dass sich der neue Verein mit Konzepten am Erhalt der Straßenkirchweih beteiligen dürfe. Bürgermeister Habel dankte für das Engagement und versprach, den Kontakt zum Kärwa-Ausschuss herzustellen.

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