Dienstag, 28.01.2020

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Lässt der Wochenmarkt genug Platz für Radler?

Wege sollen hinter den Buden verlaufen — Grüne fürchten, dass sie zu schmal sind - 15.06.2018 08:00 Uhr

Links und rechts der Bäume an der Rudolf-Breitscheid-Straße, begrenzt von den Stufen auf der einen Seite und den Buden auf der anderen, sollen künftig die beiden Radspuren verlaufen. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Erst im April hatte die Stadtverwaltung Überraschendes aus dem Hut gezaubert: Plötzlich schien es doch möglich, die bisherige Radachse – unterhalb der Stufen der Freiheit – beizubehalten, wenn der Wochenmarkt auf der ehemaligen Bustrasse seinen Platz findet.

Zuvor waren die Planer der Ansicht gewesen, für Markt und Radwege (in zwei Richtungen) zusammen sei zwischen Adenaueranlage und Freiheit zu wenig Raum. Die Radspuren sollten daher vor Wöhrl und die anderen Läden verlegt werden. Richtig glücklich war damit niemand, Kritik wurde laut. Kunden hätten den Weg kreuzen müssen, und die geradlinige Achse zwischen Neuer Mitte und Hornschuch-Center wäre aufgebrochen worden.

Die Alternative, der der Bauausschuss nun zustimmte, sieht so aus: Beide Radspuren werden auf dem Streifen untergebracht, der zwischen den Stufen der Freiheit und den Rückwänden der hier aufgereihten Buden entsteht – links und rechts neben den Bäumen. Mit einer Absperrkette hinter diesen Buden will die Stadt dafür sorgen, dass Beschicker und Wochenmarkt-Besucher nicht unvermittelt auf dem Radweg auftauchen. Allerdings sollen Markt und Freiheit natürlich nicht komplett voneinander abgeriegelt sein – deshalb muss es Öffnungen in der Absperrung geben.

Was nach einem Kompromiss klingt, ist auch einer – wie Baureferentin Christine Lippert und Bürgermeister Markus Braun im Ausschuss zugaben. Es habe sich schwierig gestaltet, eine Lösung zu finden, die allen Ansprüchen gerecht wird. Es sei allerdings, meint Braun, "eine Verbesserung" der vorherigen Planung – und besser auch als der einspurige Radweg zum Hornschuch-Center. So sehen das auch SPD- und CSU-Fraktion.

Kann man die Stufen verlegen?

Die Grünen hingegen wollten sich damit nicht zufrieden geben. Sie teilen die Bedenken der Fürther Experten des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club): Die Radwege seien zu schmal und somit gefährlich, so ADFC-Sprecher Thomas Schwerdtner. Dabei wünsche man sich doch in Zukunft mehr und nicht weniger Radler im Stadtbild. Zwei Meter sollte jede Spur breit sein – für eine der beiden stehen nur 1,50 Meter zur Verfügung. Die Radler müssen sich außerdem nicht nur zwischen Stufen, Bäumen und Buden hindurchbewegen, sondern auch über Stahlroste fahren, die die Baumscheiben abdecken. Auch Grünflächenamt und Straßenverkehrsamt hatten Einwände geäußert.

Radler werden es an der Freiheit bald schwerer haben als heute, sagt Grünen-Stadtrat Harald Riedel. Um ihnen genug Platz zu bieten, müsste man eigentlich die Stufen verlegen. Zugleich erscheint ihm der Markt mit der neuen Planung wie ein starrer Riegel.

Lippert indes gab sich überzeugt, dass der Platz reicht – zumal Radler in der Innenstadt ohnehin nicht rasen könnten und neben den Radspuren Sicherheitsabstände vorgesehen sind (50 Zentimeter zu den Stufen, 25 zu den Buden). Auch seien die Bäume nicht gefährdet. Mit ihrer Ablehnung der Pläne blieben die Grünen und die Freien Wähler in der Minderheit.

Claudia Ziob

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