Laubbäume machen Villen Platz

8.3.2012, 11:00 Uhr
Als „Trauerspiel“ bezeichnet Anwohnerin Angie Thamm die große Abholzaktion auf dem ehemaligen Gelände der Tucher-Brauerei.

Als „Trauerspiel“ bezeichnet Anwohnerin Angie Thamm die große Abholzaktion auf dem ehemaligen Gelände der Tucher-Brauerei. © Hans-Joachim Winckler

Anwohnern der Dambacher und der Fichtenstraße geht das Kreischen der Kettensäge und das Krachen der umstürzenden Riesen in diesen Tagen durch Mark und Bein. Sie könne dem „Kahlschlag“ von ihrer Wohnküche aus zuschauen, sagte beispielsweise Angie Thamm im Gespräch mit den Fürther Nachrichten und ließ keinen Zweifel daran, wie sie sich bei dem Anblick und der Geräuschkulisse fühlt: „Mir blutet das Herz, denn das ist ja wie Mord vorm Küchenfenster.“

Von „Mord“ spricht Hans-Peter Kürzdörfer, Leiter des Fürther Ordnungsamtes, zwar nicht. Doch er bestätigt, dass von den insgesamt 159 Bäumen auf dem betreffenden Privatgrundstück 84 dem künftigen „Wohnpark Rednitzaue“ im Weg stehen.

Eine Brutstätte?

Für einen Teil dieser Bäume, nämlich 54 Stück, gebe es bereits Fällgenehmigungen, sagte Kürzdörfer. Diese würden — mit dem Okay seiner Behörde — im Zuge der Abbrucharbeiten bereits seit Ende Februar/Anfang März umgesetzt.

Bei den restlichen 30 Bäumen ist nach den Worten des Ordnungsamtschefs bis jetzt noch nicht sicher, ob sie ebenfalls weichen müssen oder ob sie vielleicht doch bleiben dürfen. „Die Fällungen wurden hier vorerst zurückgestellt.“ Der Grund: Ein Fachinstitut für Artenschutzfragen müsse noch überprüfen, ob die Laubbäume möglicherweise geschützten Fledermäusen als Brutstätte dienen.

Wie berichtet, soll der „Wohnpark Rednitzaue“ Mieter aus dem gesamten Großraum anziehen. Entlang der Schwabacher Straße sind fünfstöckige Gebäude vorgesehen, im hinteren Bereich des Areals stadtvillenartige Wohngebäude mit Penthäusern. Hinzu kommen nach dem rechtskräftigen Bebauungsplan ein Kindergarten und ein Spielplatz.

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