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Dienstag, 23.07.2019

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Lebenslange Freundschaft als höchstes Ideal

Die Abiturientenvereinigung Alemannia des Hardenberg-Gymnasium feierte ihren 100. Geburtstag ganz groß - 22.06.2009

Mit etlichen Mitgliedern anderer Vereinigungen aus Bayern als Gäste begingen die Alemannen ihr großes Jubiläum im festlichen Rahmen des Berolzheimerianums. © Leberzammer


Die Alemannia wurde am 27. Dezember 1908 von den drei Absolventen der Königlichen Realschule Fürth, dem heutigen Hardenberg-Gymnasium, Ernst Wolfgang Bauer, Willy Hecht und Heinrich Heinemann aus der Taufe gehoben. Die blau-gold-roten Farben der Vereinigung standen von Beginn an für deren Ideale: lebenslange Freundschaft, Treue und Verlässlichkeit.

Schon in den ersten Jahren nach der Gründung erfreute sich die Verbindung regen Zuspruchs. In einem frühen Mitgliederverzeichnis findet sich im Jahrgang 1913 beispielsweise der Name des späteren Bundeskanzlers und eines der berühmtesten Söhne der Stadt: «Erhard Ludwig, Fürth, Sternstrasse 5/I».

Pause unter den Nazis

In ihrer wechselvollen Geschichte spiegelt die Alemannia immer wieder politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen der Zeitgeschichte wider. Während der Weimarer Republik bereicherte sie das soziale Leben Fürths nicht nur durch Ausflüge und Landpartien, sondern auch mit Bällen im Park-Hotel und bunten Abenden im Weißengarten.

Wie viele andere Vereine und Verbände des Fürther Lebens wurde die Alemannia von den Nazis 1933 gleichgeschaltet, bevor sie 1936 endgültig zwischen den Mühlsteinen der Politik zerrieben wurde. Die damit verbundene Einstellung des offiziellen Veranstaltungsbetriebs führte zum Rückzug ins Private. Man traf sich nun zu gemeinsamen Spaziergängen oder Ausflügen in die nähere Umgebung. Erst 1948 konnte sich die Alemannia offiziell wieder gründen.

Die Ideale ihrer Gründer und die Verbundenheit mit der Stammschule, dem Hardenberg-Gymnasium, haben für die Alemannen bis heute Bestand. Zum 95. Gründungsjubiläum 2004 stiftete sie deshalb «ihrer» Schule einen Preis, der Handlungen auszeichnet, die im Einklang mit den Zielen und Idealen der Gründer stehen. Die Auszeichnung ist nicht an eine einzelne sportliche oder schulische Leistung gebunden, sondern würdigt soziales, nicht profitorientiertes und nachhaltiges Wirken und ist mit 500 Euro dotiert. Sie wurde seitdem beispielsweise an die Schülerzeitungsredaktion des «Hardenzwerg» oder den Arbeitskreis «Mobbing» verliehen.

«Die Freundschaft lebt», freut sich der Vorsitzende der Fürther Abiturientenvereinigung Alemannia Fürth, Robert Nicklas, als er 240 Mitglieder und Gäste zum Festkommers im Berolzheimerianum begrüßen konnte. Wie weit in alle Welt sich die ehemaligen Schüler des Hardenberg-Gymnasiums verstreut haben, zeigte das verlesene Grußwort eines Bundesbruders aus Venezuela.

Persönlich nach Fürth gekommen waren nicht nur Mitglieder der Alemannia, sondern auch Brüder (und eine Schwester) anderer bayerischer Vereinigungen. Die hatten sich bereits am Samstagnachmittag zum so genannten 88. Passauer Seniorenconvent im Rathaussaal getroffen.

Am Abend dominierten dann allerdings mit Blau, Gold und Rot die Farben der Alemannia. Und diese wurden zum Hundertsten ausgiebig beschworen. Begonnen hatte das Jubiläumswochenende bereits tags zuvor mit einer Landesvaterkneipe im «Grünen Baum»; gestern endete das Festwochenende mit einem Frühschoppen im «Tannenbaum».

Waren die Herren am Freitag noch unter sich, durften sich am Samstag auch die Damen hinzugesellen. Schließlich stand nach dem dreistündigen Festkommers, zu dem auch Ehrengäste wie Bayerns Umweltminister Markus Söder und Oberbürgermeister Thomas Jung gekommen waren, noch ein Ball auf dem Programm. 

Armin Leberzammer

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