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Leichter durchs Leben mit dem Coach

Günter Kraus und Marc Mulzer aus Oberasbach werben für ein erfolgreiches Modell - 15.01.2012 19:00 Uhr

Vor allem bei der Lehrstellensuche war dem inzwischen 17-jährigen Azubi Marc Mulzer sein Coach Günter Kraus eine große Hilfe. © H.-J. Winckler


Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie sich zum ersten Mal trafen?

Günter Kraus: Ich war ganz offen und neugierig, wer da auf mich zukommt. Als ich 2008 als Lehrer in Pension ging, war mir klar, dass ich weiter mit Jugendlichen arbeiten will, das hat sich für mich immer gelohnt.

Marc Mulzer: Ich war bei der ersten Begegnung positiv überrascht. Ich fand Herrn Kraus gleich nett und sympathisch. Wir sind bei einem unserer ersten Treffen zu einem Elfmeterschießen gegeneinander angetreten, das hat mir gefallen.

Günter Kraus: Zwischen uns hat von Anfang an die Chemie gestimmt.

Wo lagen die Schwachpunkte, an denen Sie arbeiten mussten?

Günter Kraus: Ehrlich gesagt, Marc war in der siebten Klasse stinkfaul. Hausaufgaben hat er nicht gemacht, und wie das Lernen funktioniert, war ihm überhaupt nicht klar. Ich habe ihn gefragt, ob ich mit seinem Lehrer und seinen Eltern reden dürfe, und damit war er einverstanden. So nach und nach haben wir das dann gemeinsam in den Griff bekommen.

Mach deine Hausaufgaben“ — haben das Ihre Eltern nie zu Ihnen gesagt, Marc?

Marc: Doch, aber auf sie habe ich nicht gehört. Das hat erst der Coach sagen müssen.

Günter Kraus: Oft sind Vater und Mutter berufstätig, da schafft man es gerade noch, abends gemeinsam zu essen. Aber vielen Eltern fehlen nach einem langen Arbeitstag die Nerven, sich mit Schulproblemen auseinanderzusetzen.

Es ist ungewöhnlich, dass ein Coach seinen Schützling auch noch während der Ausbildung betreut. Wie kam es dazu?

Marc: Ich wollte das gerne, falls ich in der Berufsschule Probleme bekomme. Herr Kraus hat mir angeboten, ich könnte ihn jederzeit anrufen, wenn es Schwierigkeiten gibt. Jetzt treffen wir uns noch alle vier Wochen oder telefonieren. Dabei geht es nicht immer um die Schule.

Günter Kraus: Seitdem wir uns kennen, hatten wir viele Themen: Religion oder Politik.

Marc: Wir sind einfach mal Eis essen gegangen oder auf dem Hainberg Rad fahren.

In welchem Bereich hat Ihnen Ihr Coach am meisten geholfen?

Marc: Bei der Lehrstellensuche. Ohne ihn wäre das nicht so leicht gewesen.

Günter Kraus: Ich habe Marc drei Praktika vermittelt. Beim Elektriker hat es ihm so gut gefallen, dass er in den Ferien dort gejobbt hat. Der Firmenchef hat ihm dann die Ausbildungsstelle angeboten und im September hat Marc mit der Lehre begonnen. Der Chef hat gesehen, der Marc ist einer, der zupacken kann, auch wenn die Noten nicht so toll sind.

Und wie gefällt Ihnen die Ausbildung bis jetzt?

Marc: Gut. Auch in der Berufsschule läuft es bisher gut.

Empfehlen Sie das Coaching weiter?

Marc: Auf jeden Fall.

Günter Kraus: Dabei hat man als Coach unter Jugendlichen einen schlechten Ruf.

Das müssen Sie jetzt aber erklären.

Günter Kraus: Da ist vom „Chaoten-Betreuer“ oder von den „Problem-Kids“ die Rede. Das ist aber überhaupt nicht der Fall. Klar hat der eine oder andere ein lockeres Mundwerk, das ist aber nichts, womit man nicht umgehen könnte. Viele brauchen einfach jemanden, der ihnen zuhört, der ihnen einen Schubser in die richtige Richtung gibt, da und dort eine kleine Unterstützung.

Was muss der gute Coach aus Ihrer Sicht mitbringen?

Günter Kraus: Er muss Jugendlichen helfen wollen, ihren Weg zu finden. Wer diese Einstellung hat, hat schon halb gewonnen. Manche Jugendliche müssen auch ein wenig Zügel angelegt bekommen. Ob es allerdings immer so gut läuft wie bei Marc und mir, das ist nicht garantiert.

Wer Interesse hat, kann sich an Günter Kraus wenden, Tel.: (0911)692874. Er informiert gerne über das Coaching.

  

Interview: Beate Dietz

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