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Lofts mit automobiler Note

Hindernisse für den Ausbau der Central-Garage aus dem Weg geräumt - 28.06.2012 09:00 Uhr

Parkplatz für 1 PS: Als Teil einer Kunstperformance schaute im vergangenen Sommer dieser Haflinger aus einem Fenster des historischen Parkhauses an der Mathildenstraße. © Gerd Axmann


Mit dem Umbaubeginn rechnet Bauhaus-Geschäftsführer Ulrich Liebe im ersten Quartal 2013, mit der Fertigstellung Ende 2014. Den langen Zeitraum erklärt er mit dem besonderen Schwierigkeitsgrad der Baumaßnahme. Schließlich handelt es sich bei dem 1928 errichteten Gebäude um eines der ältesten Parkhäuser Deutschlands mit Lastenaufzug, das keineswegs für Wohnzwecke konzipiert worden war.

Um die Etagen überhaupt bewohnbar zu machen, müssen erst einmal Lichtöffnungen geschaffen werden. Dazu ist der Teilabbruch für einen Lichthof vorgesehen. Außerdem sollen zwei zusätzliche Wohnebenen aufgestockt werden. Das im gewollten Kontrast zur klassizistischen Nachbarschaft im sachlichen Bauhausstil gehaltene Gebäude wird anstelle seines Flachdaches eine schräge Mansarde erhalten.

Für Denkmalschützer ein klarer Stilbruch, für Baureferent Joachim Krauße dennoch ein Gewinn, weil so der fensterlose Giebel des anschließenden Gebäudes in der Mathildenstraße eingebaut wird. Mit dem Landesdenkmalamt konnte die Stadt als Genehmigungsbehörde deshalb auch kein Einvernehmen erzielen.

Die Sanierungsvereinbarung soll sicherstellen, dass die Käufer der neuen Eigentumswohnungen Steuerabschreibungen für Wertminderung geltend machen können. Schließlich handelt es sich nicht um einen Neubau. Bauhaus wirbt mit bis zu 45 Prozent Steuerersparnis durch diese Abschreibung. Auch wenn es aufgrund des Konflikts mit den Denkmalschützern keine Denkmalschutzabschreibung gibt, ermöglicht die Abschreibung für städtebauliche Sanierungsgebiete den finanziellen Vorteil. Stadtheimatpfleger Alexander Mayer hält Steuervorteile für solch umstrittene Projekte jedoch für unangebracht.

Spät dran

Der florierende Markt mit sanierten Altbauten in Fürth basiert im Wesentlichen auf solchen finanziellen Anreizen. Ein wenig früher wäre die Vermarktung der in ein Wohnquartier umgewandelten Central-Garage noch etwas leichter gewesen, räumt Ulrich Liebe ein. Zu viele Sanierungsprojekte warten inzwischen bereits auf Kaufinteressenten.

Ursprünglich wollte der Fürther Platzhirsch P&P die 2003 stillgelegte Central-Garage umbauen. In unmittelbarer Nachbarschaft hatte das Unternehmen bereits das ehemalige OttoSchulhaus in ein „Stadtpalais“ mit 44 Wohnungen ausgebaut. Zudem zog das Stadtmuseum Ludwig Erhard ins Hochparterre ein.

Doch P&P überließ die 2007 erworbene Immobilie angesichts der Fülle anderweitiger Projekte 2011 der Bauhaus GmbH. Die möchte in den Parkdecks Lofts und in den Dachgeschossen Wohnungen mit Größen zwischen 45 und 100 Quadratmetern bauen. Insgesamt 22 Wohnungen sind geplant.

Bevor neue Bewohner die historische Adresse mit Leben erfüllen können, haben bereits Künstler für vitale Akzente gesorgt. Vor einem Jahr nutzte der Fürther Kulturring C für Bildende Kunst das Gebäude für eine spektakuläre Ausstellung anlässlich seines 30-jährigen Bestehens. Originellster Besucher war ein Haflinger. Der Auftritt des Pferdes gehörte zu den Performances der Ausstellung.

In Fürth hat sich das Immobilienunternehmen Bauhaus bisher vor allem mit Neubauprojekten in exklusiver Lage – etwa in der Dambacher Villenkolonie – hervorgetan. Zwei Mehrfamilienhäuser entstanden auf dem Hornfabrik-Areal am Rednitztalrand. Zwei zusätzliche „Stadtvillen“ sind ganz in der Nähe geplant. Außerdem entstehen in der Cadolzburger Straße zwei große Talrandgebäude. 

VOLKER DITTMAR

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