-2°

Mittwoch, 22.01.2020

|

Ludwig-Erhard-Schule: Freie Bahn für große Lösung

Der Denkmalschutz behindert die Generalsanierung nicht - 19.03.2019 16:00 Uhr

Kein Baudenkmal ist dieses Berufsschulgebäude in der Hirschenstraße. Es soll daher einem funktionalerem Neubau Platz machen. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Nach einem Ortstermin des Landesamtes für Denkmalschutz im vergangenen Sommer war fraglich, was mit dem 56 Jahre alten Baukörper passieren soll. Ähnlich wie das zum Baudenkmal erklärte Kaufhaus aus den 1950er Jahren am Ende der Fußgängerzone, Ecke Maxstraße, stand eine Auflage zum Erhalt zur Debatte. Das erschwerte die Planung der dringend notwendigen Generalsanierung für geschätzt 43 bis 49 Millionen Euro.

Eine im vergangenen November dem Bauausschuss präsentierte Machbarkeitsstudie operierte noch mit zwei Varianten. Wobei die rund drei Millionen Euro teurere mit dem Erhalt des Gebäudes an der Hirschenstraße von Anfang an die weniger beliebte war. Denn sie hätte die Gestaltungsmöglichkeiten empfindlich eingeengt. Vor allem eine L-förmige Blockrandbebauung mit dem Nebeneffekt eines abgeschlossenen Schulhofs wäre dadurch blockiert worden. Nach dem Rückzug der Denkmalschützer steht der dem funktionalen Optimum nichts mehr im Wege.

Einstimmig hat deshalb auch der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für die Variante mit einem Komplettabbruch des maroden Schulgemäuers signalisiert. In die Erleichterung der anwesenden Schulleitung mischte Baureferentin Christine Lippert allerdings einen Wermutstropfen. Wann das Großprojekt tatsächlich in Angriff genommen werden kann, steht noch in den Sternen. "Unsere Planungskapazitäten sind momentan restlos ausgelastet", sagte Lippert zur Verdeutlichung der Hauptschwierigkeit ihres Teams.

Der nächste Schritt werde die Auswahl eines Architekten sein. Um Zeit zu sparen, könnte man auf einen Architekturwettbewerb verzichten. Gute Erfahrungen habe man mit dieser Vorgehensweise beim ebenfalls zur Generalsanierung anstehenden Helene-Lange-Gymnasium gemacht. Allerdings gehöre etwas Glück dazu, ein gutes Planungsbüro zu finden. Als nächste Schulbaumaßnahme steht nach Lipperts Worten der Erweiterungsbau für die Pestalozzischule an.

Enormer Platzbedarf

Weil die kaufmännische Ludwig-Erhard-Berufsschule mit derzeit 1670 Schülerinnen und Schülern starken Zulauf hat, gibt es großen Platzbedarf. Um die pädagogischen Anforderungen langfristig erfüllen zu können, muss die Nutzfläche von derzeit 2200 auf 6355 Quadratmeter vergrößert werden. Schon jetzt kann der Schulbetrieb nur aufrecht erhalten werden, weil als Ausweichquartier der Raumzellenbau an der Kapellenstraße belegt worden ist. Fest steht: Die rund 60 Quadratmeter großen Klassenzimmer des alten Schulquartiers erfüllen nicht mehr moderne Anforderungen. 90 bis 100 Quadratmeter groß müssen sie sein, um auch als Fachräume genutzt werden zu können.

Sechs bis acht Jahre, schätzt die städtische Gebäudewirtschaft, wird es dauern, bis der Schulneubau fertig ist. Die Kommune rechnet mit einer 75-prozentigen Förderung. Allerdings nur, wenn Fürth weiterhin Stabilisierungshilfen des Freistaats bekommt. Nachdem es der Stadt inzwischen jedoch nicht mehr so schlecht geht, steht ein Fragezeichen über dieser Rechnung.

Volker Dittmar

1

1 Kommentar

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Fürth