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Markt bleibt endgültig auf dem Bahnhofplatz

Wirtschaftsausschuss segnet Standort für die kommenden zwei Jahre ab — Ärger über das Vorpreschen - 23.01.2013 09:00 Uhr

Die Fürther bekommen auch weiterhin am Bahnhofplatz Obst, Gemüse und einiges mehr. Die zahlreichen Umzüge der Händler gehören damit der Vergangenheit an. © Hans-Joachim Winckler


Damit endet eine jahrelange Hängepartie für die Wochenmarkthändler; zumindest für zwei Jahre haben sie einen festen Standort. So lange werden in etwa die Bauarbeiten für den Einkaufsschwerpunkt an der Rudolf-Breitscheid-Straße dauern. Danach will man sich bei der Stadt Gedanken machen, wo der Wochenmarkt seine weitere Bleibe finden kann. Optionen sind der Bahnhofplatz, die Fürther Freiheit und ein festes Quartier rund um den Fontänenbrunnen in der Konrad-Adenauer-Anlage.

Wie berichtet, war es zuletzt der erklärte Wunsch der Marktleute, auf dem Bahnhofplatz heimisch zu werden. Weil Behörden wegen der eng gestellten Stände Sicherheitsbedenken hatten, mussten sie jedoch gegen ihren Willen auf die Freiheit bzw. zuletzt an die Breitscheidstraße zurückkehren. Dort aber, so ihre Klage, gebe es kaum Laufkundschaft.

In den vergangenen Wochen ging das Marktamt mit den Händlern einen Kompromiss ein: Letztere versprachen, zum Teil ihre Standflächen zu reduzieren, im Gegenzug bot man von Seiten der Stadtverwaltung an, drei Fahnenmasten auf dem Bahnhofplatz entfernen zu lassen. Dadurch können die Stände weitaus luftiger stehen, die Sicherheitsbedenken von Feuerwehr, VAG und Rettungsdiensten wurden ausgeräumt. Schon vor einer Woche zogen die Händler deshalb wieder auf den Bahnhofplatz.

Weil die Fürther Nachrichten kurz zuvor über den Umzug berichteten, musste sich Wirtschaftsreferent Horst Müller in der Ausschusssitzung noch einmal Kritik gefallen lassen. Die Stadträte Dagmar Orwen (Grüne), Gabriele Chen-Weidmann und Hans Moreth (beide SPD) bemängelten, dass sie aus der Zeitung von den Umzugsplänen erfahren mussten. Müller habe Tage vor der Ausschusssitzung Fakten geschaffen.

Verärgert zeigte sich auch Klaus Hunneshagen, der Vorsitzende des Wirtschaftsbeirats. Er erinnerte daran, dass der Stadtrat vor Monaten beschlossen hatte, den Markt so lange wie möglich an der Freiheit zu belassen, um die Einzelhändler, Restaurants und Dienstleister der Innenstadt – die ohnehin eine harte Zeit durchleben – nicht dieses „Frequenzbringers“ zu berauben. „Was für einen Sinn hat ein Konsens, wenn Wochen später alles wieder über den Haufen geworfen wird?“, klagte Hunneshagen und ermahnte die Stadträte: „Wenn man einen Beirat hat, dann sollte man auch auf dessen Expertisen hören.“

Müller entschuldigte sich, dem Ausschuss vorgegriffen zu haben, und betonte, keine vollendeten Tatsachen geschaffen zu haben. Der Markt könne jederzeit erneut umziehen, wenn das gewünscht sei. Gleichzeitig unterstrich er die Vorzüge dieses Standorts mit einer wenige Tage alten Umfrage der Firma Standort&Kommune unter 36 Marktbesuchern. Demnach weist der Markt einen hohen Anteil an Stammkunden auf. Zwei Drittel kaufen vor oder nach dem Marktbesuch nicht in Geschäften ein.

Laut Müller sind also „die positiven Effekte des Marktes für den Einzelhandel überschaubar“ und definitiv „auch auf dem Bahnhofplatz“ vorhanden. „Wir reden hier von 150 Metern, die es die Kunden nun weiter in die Fußgängerzone haben“, sagte Müller.

Wenn der Markt nicht mehr die Freiheit beansprucht, kann diese Fläche zudem zum Parken freigegeben werden, was den Einzelhändlern auch helfen werde — vor allem dann, wenn am anderen Ende der Freiheit Stellplätze wegfallen sollten, falls der Investor MIB diese Fläche für die Baustelleneinrichtung benötigt.

Am Ende fiel der Beschluss für den Bahnhofplatz einstimmig. Die SPD gab ihr Okay, weil die Sicherheitsbedenken ausgeräumt wurden. CSU-Rat Tobias Wagner erinnerte daran, dass sich seine Partei ohnehin für diesen Standort eingesetzt hatte, und auch Dagmar Orwen – selbst Einzelhändlerin in der Fußgängerzone – stimmte trotz Bauchgrimmen dafür. Sie könne die Wochenmarkthändler verstehen, sagte Orwen, „aber so richtig einverstanden bin ich damit nicht“.

  

Johannes Alles

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