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Montag, 30.11.2020

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Maskenpflicht in Fürth: Hinweistafeln zur Corona-Ampel kommen - doch etwas fehlt

Fürth steht auf weiter auf Gelb, im Landkreis bereitet das Ankerzentrum Sorgen - 23.10.2020 21:00 Uhr

Die Fürther scheinen die Maskenpflicht ernst zu nehmen, die wegen der Corona-Stufe Gelb seit Donnerstag und einer Sieben-Tage-Inzidenz von zuletzt 42,02 in Teilen der Innen- und Altstadt herrscht.

Inzwischen ist die Maske auch beim bloßen Bummel über den Fürther Wochenmarkt Pflicht.

23.10.2020 © Foto: Hans-Joachim Winckler


In Fürth versteht nicht jeder, warum am Rand der Fußgängerzone, der Freiheit oder etwa des Bahnhofplatzes anders als in Nürnberg keine Hinweistafeln auf die neue Maskenpflicht aufmerksam machen. Aus dem Rathaus heißt es: Sie sind "im Druck" und werden am Montag aufgestellt.

Wie Ordnungsamtschef Jürgen Tölk sagt, wird es zwei Schilder geben: Eines erinnert an Maskenpflicht und Abstandsgebot, das andere mahnt das Alkoholverbot an, das an ausgewiesenen, stark frequentierten Plätzen und Straßen aktuell von 23 bis 6 Uhr herrscht und bei Stufe Rot eine Stunde früher begänne.

Man werde vorerst 200 Schilder platzieren, sagte Tölk. Unglücklich: Dass Ministerpräsident Söder am Mittwoch überraschend die Einführung einer weiteren Stufe Dunkelrot verkündet hat, habe die Stadt "überrollt". Laut Tölk lässt sie nun Aufkleber nachproduzieren, die die Ampelvarianten gelb, rot und dunkelrot anzeigen. Die betreffende Stelle auf den neuen Schildern werde also in Kürze überklebt.

Ein Machtwort in Sachen Corona-Regelungen erhoffen sich etliche Fürther vom OB. Manche, sagt Thomas Jung, drängten ihn als "Herrn im Rathaus", die neue Maskenpflicht unter freiem Himmel in Fürth außer Kraft zu setzen. Andere bäten ihn inständig, Schulen und Kindertagesstätten nicht zu schließen, da das Familien in Not brächte.

So sehen die Schilder aus, die ab Montag in Fürth aufgestellt werden. Weil die neue Stufe Dunkelrot fehlen wird, muss schon in Kürze nachgebessert werden.

23.10.2020 © Grafik: Stadt Fürth


Jung verweist dann darauf, dass seine Einflussmöglichkeiten als Rathauschef bei Landes- und bundespolitischen Vorgaben begrenzt sind, er wirbt bei der Maske um Verständnis und gibt den einen oder anderen Sachverhalt an übergeordnete Instanzen weiter. Dass man aber auf der Uferpromenade und in anderen Zonen mit Maskenpflicht auch als Radfahrer nicht mehr "ohne" sein darf, sagt Jung, der selbst oft durch Fürth radelt, "hat auch mich überrascht". Er verstehe, "dass die Leute da irritiert sind".


Stadt Nürnberg weitet Maskenpflicht enorm aus


Die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung regelt dies nicht im Detail. Aber, so Tölk: "Wir treffen keine Unterscheidung, ob jemand zu Fuß, mit dem Rad oder dem E-Scooter unterwegs ist." Bei Begegnungen auf Flächen mit viel Publikumsverkehr, und das handhabten die Nachbarstädte genauso, sei Maskenpflicht nun mal Maskenpflicht.

Wer dagegen verstößt, muss mit einer Geldbuße von 250 Euro rechnen. Das falsche Tragen einer Maske wird mit 55 Euro geahndet. Schwerpunktkontrollen der Polizei erstreckten sich am Freitag auf Nürnberg und die U-Bahnen nach Fürth. In Fürth war keine Bereitschaftspolizei im Einsatz, sagt ein Sprecher. Nach den Eindrücken von Beobachtern tragen die meisten Menschen in der Fußgängerzone Mund-Nase-Bedeckungen.

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Unterdessen wendet sich Landrat Matthias Dießl mit der Bitte an die Bevölkerung im Landkreis, "weiterhin so gewissenhaft aufeinander acht zu geben". Im Kreis Fürth zeigt die Corona-Ampel seit Donnerstag Rot. Dabei hat sich die Zahl der Neuinfektionen von 58,5 (Donnerstag) auf 67,02 (Freitag) pro 100 000 Einwohner erhöht.

Trotzdem belässt es das Landratsamt bei den weniger strengen Corona-Vorschriften der Stufe Gelb, wonach sich zwei Hausstände oder zehn Personen treffen dürfen, und verlängert diese bis Mittwoch. Maßnahmen nach Stufe Rot (fünf Personen bei Treffen) hält man für "vorerst nicht erforderlich". Grund: Es handle sich um ein "lokal begrenztes Ausbruchsgeschehen" im Zirndorfer Anker-Zentrum.

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In der Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber wurden am Montag 16 der 210 Bewohner positiv getestet, am Freitag waren es 59. Die Betreffenden sind laut Bezirksregierungssprecher Martin Hartnagel isoliert in einem separaten Gebäude untergebracht. Sie können sich in ihren Zimmern, den Fluren und Sanitärräumen aufhalten und dürfen ins Freie. Dort trennen Bauzäune sie von den übrigen Bewohnern, die unter Quarantäne stehen. Verlassen darf das Ankerzentrum niemand.

Zwei Personen wurden stationär behandelt, heißt es, sind aber wieder zurück. Sonst habe kein Bewohner Symptome gezeigt. Laut Hartnagel gibt es ein Corona-Hygiene-Konzept, nach dem Sanitärräume mehrmals täglich gereinigt und desinfiziert werden. Die Kantine ist geschlossen, das Essen wird einzeln ausgegeben und auf den Zimmern verzehrt. Gemeinschaftsräume sind geschlossen oder der Zugang beschränkt.

Diejenigen der 42 Mitarbeiter, die Kontakt zu Asylbewerbern haben, standen zunächst unter Quarantäne. Reihentestungen brachten durchweg negative Ergebnisse. Personal, das eventuell Kontakt zu positiv getesteten Bewohnern hat, arbeitet mit Schutzanzug, FFP-2-Maske, Schutzbrille und Handschuhen.

Klinikum Fürth: Nur ein Besucher pro Patient

Das Klinikum Fürth reagiert mit strengeren Besuchsregelungen auf die steigenden Covid-19-Zahlen in der Region. Ab Montag dürfen Patienten nur noch zwischen 14 und 18 Uhr von einer Person für maximal eine Stunde besucht werden. Ausnahmen gelten für Kinderklinik und Geburtshilfe, wo pro Tag zwei enge Angehörige pro Patient kommen dürfen.

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