Mehr Lärmschutz fürs Reichsbodenfeld

3.8.2017, 21:00 Uhr
„Mehr als einmal entdichtet“: Auf dieser Wiese zwischen Roggenweg, Mohnweg (rechts) und Breslauer Straße (Standort des FN-Fotografen) sollen Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser entstehen.

„Mehr als einmal entdichtet“: Auf dieser Wiese zwischen Roggenweg, Mohnweg (rechts) und Breslauer Straße (Standort des FN-Fotografen) sollen Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser entstehen. © Foto: Edgar Pfrogner

Seit 2014 gibt es am Rand von Unterfürberg ein Nahversorgungszentrum mit dem Discounter Norma, mit Drogeriemarkt, Sparkasse, Apotheke und Physiotherapiepraxis. Noch tun sich im Umfeld Wiesen und Äcker auf. Doch das soll sich ändern.

Auf dem 60 000 Quadratmeter großen Reichsbodenfeld gleich neben dem Einkaufskomplex plant die Stadt 260 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern, Doppelhaushälften, Reihenhäusern. Weil die Verwaltung "viele Anregungen und Einwände" von Bürgern und Behörden ins Bebauungsplanverfahren einarbeitet, geht Fürths neue Baureferentin Christine Lippert davon aus, dass Bagger frühestens im zweiten Halbjahr 2018 anrollen. Auch muss die Lärmschutzwand zur Tangente hin erhöht werden.

Was aus der Wiese auf der anderen Seite der Breslauer Straße wird, ist nur im Detail noch unklar. Der Investor hat für die 9000 Quadratmeter verschiedene Entwürfe erarbeiten lassen, der Baubeirat war nie ganz zufrieden. Zweimal bat das Gremium um Überarbeitung. Weil der Wunsch nach lockerer Bebauung laut wurde, so Ex-Baureferent Joachim Krauße, der dieser Tage in den Ruhestand verabschiedet wurde, habe man das Gebiet planerisch "mehr als einmal entdichtet".

"Sehr von Schall umzingelt"

Der jüngste Vorschlag sieht 29 Wohngebäude vor, Doppel- und Reihenhäuser. Wegen der Nähe zur Tangente und zur Breslauer Straße ist das Areal nach den Worten von Stadtplanungsamtschef Dietmar Most "sehr von Schall umzingelt". Dreikettige Reihenhäuser und eine Garagenfront an den Rändern sollen also auch Schutz gegen Verkehrslärm bieten. Dazu gab es nun im Bauausschuss keine Einwände, auch wenn SPD-Fraktionschef Sepp Körbl kritisierte, seine Partei hätte "am Eingang von Unterfürberg" am liebsten "gar keine Reihenhäuser", sondern nur Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften. Mit dem Hinweis, Flächen in Fürth seien endlich und hier entstehe "kein bezahlbarer Wohnraum", lehnte Monika Gottwald (Linke) die Planung generell ab. Kamran Salimi (Grüne) mahnte, man habe auch den Menschen gegenüber, die dort schon wohnen, eine Verantwortung und dürfe nicht um jeden Preis verdichten. Eine "Verdichtung um jeden Preis finde in Fürth nicht statt", konterte Oberbürgermeister Thomas Jung.

Was kommt, was nicht? Echte Einigkeit herrschte im Bauausschuss nicht. Doch sollen statt zweier vierkettiger Reihenhäuser am Roggenweg "zwei bis vier Einzelhäuser" entstehen und in der Mitte des Geländes neben Doppelhäusern auch Einzelhäuser zugelassen werden. Die Verwaltung macht dem Investor also neue Vorgaben.

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