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Mittwoch, 17.07.2019

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Mietwohnungen: Stadt und Land kooperieren

Eine Land-GmbH der WBG Fürth mit den Kreis-Kommunen soll neue Möglichkeiten eröffnen - 04.06.2019 13:00 Uhr

Für ihre Bauprojekte — hier ein Foto von der Baustelle an der Jakob-Böhme-Straße in Oberfürberg — sucht die Fürther WBG Grundstücke. Die sind in der Stadt knapp. © Hans-Joachim Winckler


Nun stand Rolf Perlhofer dem Cadolzburger Marktgemeinderat Rede und Antwort. Von dem verantwortlichen Geschäftsführer der städtischen WBG Fürth stammt die Idee einer Stadt-Land-Kooperation in Form einer noch zu gründenden WBG Land GmbH.

Denn gleich ob Cadolzburg, Wilhermsdorf oder Seukendorf: Für solche kleineren Kommunen kommt es kaum in Frage, eine eigene WBG ins Leben zu rufen. Dagegen sprächen personelle wie finanzielle Gründe, war in Cadolzburg zu hören.

In Roßtal wurden sowohl ein Angebot der Zirndorfer WBG als auch das Fürther Kooperationsangebot im Gemeinderat vorgestellt. Cadolzburgs Rathauschef Bernd Obst hingegen sieht offenbar mehr Vorteile in einer Zusammenarbeit mit den Fürthern: Die "Gemeinsamkeit in der WBG Land" hebt er besonders heraus. Mehrere Arbeitskreistreffen dazu seien sehr konstruktiv verlaufen.

Geschäftsführer Perlhofer gibt einige Details preis: "In der WBG Land GmbH können die Gemeinden neben der WBG Fürth Mitglied werden. Alle haben den gleichen Anteil." Neben vielem anderen spielt für ihn eine wichtige Rolle, dass "die GmbH nicht der Rechtsaufsicht unterliegt". So seien beschränkte Ausschreibungen möglich. Schulden müssten nicht im Kommunalhaushalt ausgewiesen werden.

Wenn man ein neues Wohngebäude errichten wolle, kämen bevorzugt Grundstücke in Betracht, die bereits im Besitz der Gemeinde sind: Durch Erbbaurecht sei dort günstiges Bauen möglich, erläutert Perlhofer.

Als augenscheinlich größten Vorteil führt der WBG-Fürth-Chef die Dienstleistungen seiner Firma ins Feld: Immobilien-Verwaltung, Bauträgergeschäft, Fördermittelbeschaffung, Beratung der Mieter über öffentliche Zuschüsse zur Miete. Und man könne interkommunale Erfahrung bereits vorweisen: bei der WBG Erlangen-Land.

Perlhofer setzt offenbar darauf, dass mindestens drei Kreiskommunen ins WBG-Land-Boot steigen werden. So steht beim Termin für den Arbeitskreis an diesem Mittwoch die Vorlage der Geschäftsunterlagen auf der Agenda. Bis Oktober sollen die Gemeinden die Gremiumsbeschlüsse gefasst haben. Und noch vor Jahresende ist der Eintrag der WBG Fürth Land GmbH ins Handelsregister vorgesehen.

Es sind zwar noch einige Entscheidungen im Cadolzburger Rat zu treffen. Aber nach den Reaktionen in der jüngsten Sitzung scheint alles auf die Wohnbau-Kooperation hinauszulaufen. Als "absolut überzeugendes Modell" bewertet Michael Bischoff (SPD) die Idee. "Die Gespräche mit einem solchen Partner an der Seite weiterzuführen" wünscht sich Barbara Krämer (CSU/FWG). Johannes Strobl (SPD) ist "grundsätzlich dafür"; die Zusammenarbeit ermögliche "professionelles Immobilienmanagement". Und Obst verweist auf das erfolgreiche "Erlanger Modell. Warum etwas anders machen, wenn schon was gut angelaufen ist?" Nicht alle folgten den Argumenten, es gab drei Gegenstimmen. 

Heinz Wraneschitz

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