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Modellversuch: Tempo 30 auf Cadolzburger Ortsdurchfahrt

Experiment soll zeigen, ob sich der Radverkehr so steigern lässt - 23.10.2018 11:00 Uhr

Steigen mehr Menschen vom Auto aufs Rad um, wenn nur Tempo 30 gefahren werden darf, oder kommen sie zumindest sicherer über die Straße? In einem Modellversuch soll das jetzt in Cadolzburg überprüft werden.

22.10.2018 © Foto: Hans Winckler


Der Markt gehört zu elf bayerischen Gemeinden, die sich am Modellversuch von der AGFK (Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen) und der Technischen Hochschule Nürnberg beteiligen. Dabei wird auf unterschiedlichste Weise ausprobiert, wie sich der Radverkehr fördern lässt. Fahrradpiktogramme auf der Fahrbahn, Schutzstreifen oder eben Tempo 30 für den motorisierten Verkehr gehören zu dem Maßnahmenbündel, das bayernweit getestet wird.

Landrat Matthias Dießl, bayerischer Vorsitzender der AGFK, empfahl Cadolzburg für die Testläufe im Freistaat. Auf der dortigen Staatsstraße fand im Sommer bereits eine Erhebung statt. Mithilfe von Kameras wurde einen halben Tag lang gezählt, wie viele Lastwagen, Pkw und Räder auf dem Abschnitt zwischen Rathaus (Höhe Brandstätterstraße) und dem Abzweig Haffnersgartenscheune unterwegs sind.

Dass nur ein kurzes Teilstück der Staatsstraße betrachtet werden soll, bedauerten die Cadolzburger Marktgemeinderäte zwar, konnten aber immerhin einen Kompromiss herausholen. Nun soll zum Jahreswechsel Tempo 30 zwischen Rathaus und Steinbacher Straße gelten.

Nur ein Modellversuch

Grundsätzlich aber, berichtet Bürgermeister Bernd Obst, wurde die Teilnahme am Versuch begrüßt. Er könne sich gut vorstellen, dass das Sicherheitsgefühl der Radfahrer steige, wenn die Autofahrer sie mit gemäßigter Geschwindigkeit überholten. Gleichzeitig warnte Obst aber vor übertriebenen Erwartungen.

Die Verkehrsfachleute hätten ganz ausdrücklich betont, dass es sich nur um einen Modellversuch handle. Damit wolle man feststellen, ob Tempo 30 in Ortsdurchfahrten mehr Menschen dazu animiere, vom Auto aufs Rad umzusteigen. Ob es zu einer dauerhaften Geschwindigkeitsreduzierung auf der Staatsstraße komme, sei noch völlig offen. Die ablehnende Position hatte stets das Staatliche Bauamt als Baulastträger der Straße vertreten. Behördenmitarbeiter sprachen von einer wichtigen Verbindung, die auch überörtlichen Verkehr aufnehmen müsse und daher für Tempo 30 völlig ungeeignet sei.

In Cadolzburg selbst aber hat man die Hoffnung auf eine Verkehrsberuhigung nie aufgegeben. Nachdem die Umfahrung in einem Bürgerentscheid 2016 deutlich abgelehnt worden war, war Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt immer wieder gefordert worden.

Beate Dietz

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