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Donnerstag, 18.07.2019

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Musische Woche: Sag mir, wo die Wörter sind

Beim ersten Abend dominieren Musik und nachdenkliche Töne. - 11.07.2019 11:45 Uhr

Auftritt der Zebras: Chor, Orffgruppe, Theater-AG und Klasse 4a der Grundschule Pestalozzistraße hatten mit "TSDS - Tiere suchen den Superstar" einen Heidenspaß. © Foto: Hans-Joachim Winckler


390 Jungen und Mädchen aus 16 Fürther Schulen sind heuer bei der 54. Musische Woche dabei, die Veranstaltungsreihe hat weder an Attraktivität noch an Vielfalt eingebüßt. Schulamtsdirektorin Ulrike Merkel und Bürgermeister Markus Braun, der eingangs den Auftrag der Schule – "Herz und Charakter bilden" – hervorhob, begrüßten die kleinen und großen Gäste im randvollen Stadttheater. Drei Schülerinnen und Schüler der Grund- und Mittelschule Pestalozzistraße moderierten den ersten von zwei Abenden und sorgten für den nötigen Durchblick.

Mit dem Minimusical "Die kleinen Leute von Swabedo" eröffnete die Musik AG der Grundschule Soldnerstraße die Reihe der Darbietungen. Flöten und Orffinstrumente, Chor und Tänzerinnen gestalteten die Handlung, in der es um Egoismus, Habgier und Eigennutz geht. "Ich geb’ nix ab" sagt Jonas, und der rothaarige Kobold sorgt dafür, dass es alle ihm gleichtun; aus den verschenkten Pelzchen wird Geld, der Gesang jedoch verstummt, die Tanzbeine werden schwer, alle erinnern sich, wie schön es früher war. Der "gute Gedanke" im weißen Kleid bewirkt das Umdenken, auch Jonas schenkt wieder.

Eine exzellente Tanznummer servierte die Grundschule Zedernstraße mit dem irischen Stepptanz "Princess of the dance" in rot-schwarzem Outfit. Eine tolle Choreografie, exakt ausgeführt.

Raphuhn vor der Jury

"TSDS": Auch Tiere suchen den Superstar in einem Wettbewerb mit Songs und Poetry, dargeboten von Chor, Orffgruppe und Theater AG der Grundschule Pestalozzistraße. Elefanten, Hasen, Zebras, Fledermäuse, Giraffen, das Raphuhn (!) auf dem Bauernhof und die Faultiere stellen sich der Jury, am Ende sind alle Sieger – Musik und Theater in einer prima Kombination.

Danach wurde es ganz still bei der Pantomime "Nachts im Museum" der Grundschule Zedernstraße, dargestellt von der AG Bühnenzauber zu Ausschnitten aus Modest Mussorgskys "Bildern einer Ausstellung" – "Promenade", "Gnomus", "Ballett der Küchlein in ihren Eierschalen" und "Marktplatz von Limoges", Fürths Partnerstadt. Eine wunderbare Idee, sehr schön ausgeführt von den Pantomimen.

Auch das Theaterstück "Die große Wörterfabrik" der Theaterklasse der Grundschule Friedrich-Ebert-Straße kommt ohne Sprache aus. Wörter muss man sich hier im Supermarkt kaufen, wo Kinder die gesuchte Ware mit Schmetterlingskeschern einfangen, um sprechen zu können – ein Stück zum Nachdenken.

Eingebettet in ein Gespräch zweier Teenager über das Woodstock-Festival kehren die Geschehnisse jener wilden Zeit auf die Bühne und ins Kopfkino zurück: Blumenkinder, Vietnamkrieg, Mondlandung, Hippies, Friedensbewegung und der Kultsong "Let the Sunshine in" aus dem Musical "Hair", aufgeführt von Schulchor und Band der Leopold-Ullstein-Realschule.

Mit Tanz, Gesang und Rap werden die Verschmutzung der Meere sowie die Ignoranz der Menschen angeprangert in "Den Robben reicht’s!" der Mittelschule Pestalozzistraße – veranschaulicht durch fünf "leibhaftige" Robben am vorderen Bühnenrand.

Mit dem rocklastigen Minikonzert "Hot Burnin’ Souls" und einer starken Sängerin enterte die Schulband der Hans-Böckler-Schule das Theater. Zum Schluss tauchten dann sogar noch John Lennon und Paul McCartney auf. "Glass Onion" nennt sich die dem Klangbild ihrer Vorbilder nacheifernde Beatles-Tribute-Band der Musikschule Fürth, deren Mitglieder allerdings dem Schulalter unübersehbar entwachsen sind. Ein bisschen sprengte das den konzeptionellen Rahmen des Abends. Dennoch: viel Applaus.

InfoFür den zweiten Abend der Musischen Woche 2019 heute um 19 Uhr im Stadttheater gibt es wenige Restkarten bei den beteiligten Schulen. 

Günter Greb

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