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Mysteriöses Geräusch bringt Fürther zur Verzweiflung

Schmerzender Piepton konnte bislang nicht lokalisiert werden - 27.06.2014 06:00 Uhr

Anwohner der Vacher Straße in Fürth protestieren gegen Geräuschbelästigung. © Mettcher


Das Problem: der Ton tritt nicht regelmäßig zu bestimmten Zeiten auf und ist kaum zu orten. Auch seine kurze Dauer zwischen zehn Sekunden und drei Minuten erschwert die Analyse. Wie Mettcher fühlen sich zahlreiche Anwohner belästigt und haben das bei einer Unterschriftensammlung auch zu Protokoll gegeben.

Mal ertönt der Pfeifton in aller Frühe zwischen 3.30 und sechs Uhr und raubt Mettcher den Schlaf, mal gegen acht. Dann wieder um 9.30 Uhr oder gegen 21.30 Uhr. An die Polizei und das Ordnungsamt hat sich Mettcher bereits gewandt. Ohne Erfolg. Denn um Abhilfe schaffen zu können, müssten die Behörden-Mitarbeiter zur richtigen Zeit vor Ort sein. Eine Anzeige gegen Unbekannt hat nach Mettchers Einschätzung kaum Erfolg. „Das Verfahren wird in der Regel doch nach vier Wochen wieder eingestellt, wenn man keinen Schuldigen findet“, sagt der 46-Jährige.

Über Pfingsten, als Mettcher eine Woche lang Urlaub daheim machte, vernahm er den hohen Ton täglich. Mit seinem Tablet PC hat er ihn wiederholt aufgenommen. Bei einer Aufnahme sei sogar ein Polizist dabei gewesen und habe bestätigt, dass es sich in der Tat um ein störendes Geräusch handelt.

Das erste Mal war es dem Fürther im Frühjahr 2012 aufgefallen: „Ich saß gerade im Garten und bekam regelrechte Ohrenschmerzen von dem Geräusch.“ Hohe Frequenz gleichbleibende Tonlage und keinerlei Schwingungen zeichnen das Pfeifen aus. Es klingt elektronisch erzeugt. Mettcher: „Problematisch ist, dass sich dieser Ton einfach nicht orten lässt. Geht man auf die Straße oder in den Garten, scheint er von überallher zu kommen.“

Ursprung weiter unklar

Das nahe Umspannwerk ist von Mitarbeitern des Ordnungsamtes bereits unter die Lupe genommen worden. Das Geräusch ließ sich hier jedoch nicht lokalisieren. Als weitere mögliche Geräuschquellen hat Mettcher Funkantennen, Straßenlaternen, die Bahn oder das Pumpwerk der Kläranlage auf der gegenüberliegenden Seite des Regnitztals im Blick.

Helga Krause, Mobilfunkexpertin des Bundes Naturschutz, kennt bisher nur Brummtöne, die von Funkanlagen ausgehen. Möglichkeiten, den Pfeifton zu lokalisieren, gibt es nach Angaben von Uwe Münzenberg, Baubiologe beim Fürther Umweltinstitut Anbus Analytik, schon. Der Fachmann denkt dabei in erster Linie an ein Schallpegelmessgerät, das auf eine bestimmte Frequenz eingestellt werden kann.

Noch besser sei es allerdings, mit Kopfhörern und Richtmikrofon auf die Jagd zu gehen. Das will man nach Angaben von Ordnungsamtschef Hans-Peter Kürzdörfer jetzt auch versuchen. Mit dem Richtmikrofon lässt sich durch einfache Bewegung feststellen, woher der Ton kommt. Auch einen nächtlichen Einsatz schließt Kürzdörfer nicht aus, um das Problem zu lösen.

„Es wäre nicht das erste Mal, dass wir nachts unterwegs sind“, sagt der Amtsleiter. Zudem will sich Kürzdöfer an den Mikrofonhersteller wenden, ob es nicht ein spezielles Suchgerät gibt. Parallel dazu soll abgeklärt werden ob im Umkreis der mittleren Vacher Straße Betriebe etwa Lüftungsaggregate laufen lassen. Auch die Kläranlage will man untersuchen.

Die Fürther Nachrichten nehmen unter fn-redaktion@pressenetz.de und per Kommentarfunktion Hinweise auf die Tonquelle entgegen.

 

Hinweis:
Um den Ton hören zu können, stellen Sie bitte den Lautstärkeregler an Ihrem Computer laut!
Beispiel Nr. 1 - Geräusch in Fürth
Beispiel Nr. 2 - Geräusch in Fürth
Beispiel Nr. 3 - Geräusch in Fürth

 

fn

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