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Neue Chancen auf dem Weihersberg

Stadt Stein verfügt über ein 100000-Quadratmeter-Gelände für Gewerbe, Sport und Freizeit - 22.01.2012 13:00 Uhr

Es ist der größte Flächenkauf in der jüngeren Geschichte Steins: 100000 Quadratmeter hat die Stadt erworben, hier gelb umrahmt, um sich ihre Entwicklungschancen nicht zu verbauen.

19.01.2012 © Stadt Stein


Äcker, Brachen, eine Trasse für Hochspannungsleitungen, ein schon lange nicht mehr genutztes Sportgelände — am westlichen Stadtrand haben schon viele Steiner Kommunalpolitiker Entwicklungspotenzial gesehen. Schon in den 1970er Jahren hatte es ein Konzept gegeben, dort ein Freizeitareal zu bauen: Von der Reithalle bis zur Fußballarena sollte es auf dem Weihersberg an nichts fehlen. Doch die Pläne waren ohne die Grundstückseigentümer gemacht worden.

Lange Verhandlungen

Erst im Sommer 2011 ließen sich die sechs Eigentümer der landwirtschaftlichen Flächen und dazu der Inhaber der schon seit Jahren nicht mehr genutzten Tennishallen am Höllweg überzeugen, ihre Flächen an die Stadt zu verkaufen. Ende vergangenen Jahres erfolgte der Gang zum Notar und die Stadt darf sich seitdem Eigentümer des Geländes nennen. Schon im Besitz der Stadt waren zuvor der Kirchweihplatz, Sportfelder und Erschließungsstraßen. Insgesamt eine Fläche von 90000 Quadratmetern, die nun in einer Gesamtplanung für den Weihersberg aufgehen.

„Ein wichtiger Mosaikstein für unsere Entwicklung“, freut sich Bürgermeister Kurt Krömer, der die Verhandlungen federführend übernommen hatte. Über den Kaufpreis hüllt er sich in Schweigen. Im Stadtrat habe man ein Finanzpaket geschnürt, das auch schon die Mittel für die Erschließung des Geländes vorsieht. Ein Blick auf die Haushaltslage der Stadt zeigt, dass Stein 2011 deutlich mehr Schulden machte. Ende vergangenen Jahres waren es rund zwei Millionen mehr als noch 2010, nämlich 6,83 Millionen Euro. Als Ursache dafür nennt Kämmerer Martin May den Grunderwerb (siehe Artikel auf Seite 2). Zum Glück, wie May betont, sei das Zinsniveau aktuell sehr niedrig.

Doch was aus den Investitionen in die Grundstücke werden soll, darüber will die Stadtspitze momentan nicht allzu viel verraten. „Das ist nötig, um die Planung nicht zu gefährden“, erläutert Krömer.

Ein bisschen was lässt er sich dann doch entlocken: Für die neu erworbenen 100000 Quadratmeter, aufgeteilt in vier Flächenabschnitte, drei größere und einen kleinen, gibt es bereits gewerbliche Interessenten. Die Refinanzierung der Investition sei damit gesichert. Noch in diesem Jahr, erwartet der Bürgermeister, werde ein Bebauungsplan aufgestellt.

Die übrigen 90000 Quadratmeter bleiben im Besitz der Stadt. Dort ist der Kirchweihplatz, der höchstwahrscheinlich verlegt wird, geplant. Aus den bislang zwei Sportplätzen sollen an anderer Stelle drei werden. Außerdem sind 11000 Quadratmeter als Parkplatz reserviert. Das ist nötig für den Fall, dass Stein eines Tages eine U-Bahn bekommen sollte, die bis zum Weihersberg fährt.

Erschlossen wird das gesamte Gelände nicht über bereits existierende Straßen durch die Wohngebiete, sondern durch die Verlängerung eines Astes vom Kreisel an der B14. „Anwohner werden nicht belastet“, hebt der Bürgermeister hervor.

Auf dem Gelände der beiden ehemaligen Tennishallen ist, wie mehrfach berichtet, die künftige Steiner Stadthalle in massiver Bauweise geplant. An einem Konzept dafür wird derzeit gearbeitet. Die zweite noch existente Halle soll nach Umbauten hauptsächlich dem TSV Stein für seine Turner zur Verfügung stehen.

2013 könnte sich der Bürgermeister den Spatenstich für das erste Projekt am Weihersberg vorstellen. 2020, rechnet Krömer, werden die hochfliegenden Pläne auf dem Weihersberg realisiert sein.

Beate Dietz

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