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Nie mehr zu viel Monat am Ende der Kohle

Das Ludwig Erhard Zentrum bringt jungen Leuten in einer Mitmach-Schau den Umgang mit Geld bei - 18.11.2019 16:00 Uhr

Lasst uns spielen: Julian Reischle, Leiter des Zentralbereichs Ökonomische Bildung der Bundesbank, LEZ-Initiatorin Evi Kurz, Franz Josef Benedikt, Präsident der Bundesbank-Hauptverwaltung in Bayern, und Ulrich Rosseaux, Leiter des Frankfurter Geldmuseums (von links), haben bei der Eröffnung der Schau ihren Spaß. © Foto: Sabine Rempe


"Mit Geld spielt man nicht." Mario Adorf hat das vor ein paar Jahren in einem Werbespot verkündet. In Fürth wird der Gute jetzt widerlegt. Zumindest lädt das überdimensionale Würfelfeld, das im Ludwig Erhard Zentrum (LEZ) aufgebaut wurde, dazu ein, sein Wissen über "Mein Geld" spielerisch zu erweitern. Die Ausstellung ist in erster Linie für Jugendliche konzipiert.

Unter der Überschrift "Wie viel kann ich mir leisten?" wartet zum Beispiel eine altmodische Waage auf die Besucher. Mit unterschiedlich schweren Klötzchen kann auf der linken Schale des Messgeräts die Höhe des eigenen Einkommens aufgelegt werden, auf die rechte Seite kommen dann – wieder als Klötze – die nötigen Ausgaben. Je nachdem, wie sich die Waage nun einpendelt, wird auf einen Blick deutlich, wie am besten gewirtschaftet werden muss.

Zentrale Begriffe und Konzepte, die beim Umgang mit Geld von Bedeutung sind, werden mit solchen schnell erfassbaren Stationen in der Ausstellung erklärt. Unterteilt in die Bereiche Haben, Zahlen, Sparen und Leihen wird unter anderem demonstriert, welche Art von Kredit in welchem Fall angebracht ist. Oder aber, welche Zahlungsmöglichkeiten geläufig sind und wie sie funktionieren.

Die Schau ist komplett stromfrei, es gibt zum Beispiel keine Bildschirme; stattdessen dürfen die Besucher Klappen öffnen, Ketten ziehen, Räder drehen, um die Inhalte im Wortsinn zu begreifen. Zum ersten Mal gibt es mit "Mein Geld" eine Kooperation des LEZ mit dem Geldmuseum der Deutschen Bundesbank, erklärte Evi Kurz, Vorsitzende der Stiftung Ludwig-Erhard-Haus, bei der Eröffnung der Schau, die zuvor in Frankfurt zu sehen war.

Julian Reischle, Leiter des Zentralbereichs Ökonomische Bildung der Deutschen Bundesbank, machte klar, dass selbstverständlich keine "konkreten Anlagetipps oder günstige Kreditangebote" in der Ausstellung zu finden sind.

Das gehöre nicht zu den Aufgaben als Zentralbank, sondern sei der "Job der Kolleginnen und Kollegen aus der Finanzindustrie". Reischle betont: "Zentralbanken tragen Verantwortung für das Geld an sich. Daher ist es der Bundesbank wichtig, dass die Bevölkerung über ausreichende Kompetenz rund um das Geld verfügt."

Das sei aber keineswegs selbstverständlich. Laut einer Umfrage wüssten 44 Prozent der Deutschen nicht, was ein Investmentfonds ist, jeder vierte Befragte gab zu, nicht zu wissen, was "Inflation" bedeutet.

Franz Josef Benedikt, Präsident der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Bayern, versicherte, es gebe keinen besseren Ort für diese Ausstellung als das LEZ: "Denn wir haben Ludwig Erhard etwas ganz Wichtiges zu verdanken, nämlich die Unabhängigkeit der Bundesbank."

Pointierter Spruch

Warum es wichtig ist, die Grundprinzipien für den persönlichen Umgang mit Geld einzuüben, begründete Benedikt mit einem Zitat des legendären US-Komikers Danny Kaye, der einst launig anmerkte: "Geld allein macht nicht glücklich. Es gehören auch Aktien, Beteiligungen, Gold und Grundstücke dazu." Hinter dieser Pointe stehe letztlich auch, dass man grundsätzlich wissen muss, worum es sich bei Finanzprodukten, die angeboten werden, überhaupt handelt. Die Ausstellung "Mein Geld" sei eine gute Möglichkeit, jungen Menschen eine Basis zu vermitteln. Aber auch Erwachsene könnten hier ihr ökonomisches Wissen erweitern.

IDer Eintritt in die Sonderausstellung ist frei, Gruppen werden gebeten, sich unter www.ludwig-erhard-zentrum.de anzumelden.

Sabine Rempe

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