Oberasbach: Gymnasiasten lassen Roboter Klimmzüge machen

6.6.2021, 16:00 Uhr
Die erfolgreichen Programmierer aus Oberasbach (v. li.): Anton, Stefan und Florian mit ihrem Roboter, der gerade einen Klimmzug macht.

Die erfolgreichen Programmierer aus Oberasbach (v. li.): Anton, Stefan und Florian mit ihrem Roboter, der gerade einen Klimmzug macht. © Foto: Sandra Wendt

Aus bunten Klötzchen kann eine ganz neue Welt erschaffen werden. Das passiert täglich in unzähligen Kinderzimmern. Aber nicht nur dort. Mit den praktischen Noppensteinen lassen sich etwa auch Roboter bauen, die dank scharfsinniger Programmierung komplexe Aufgaben übernehmen können. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die sogar zu einem Wettbewerb gehört.

Bei der First Lego League Challenge siegten Schüler des Bonhoeffer-Gymnasiums Oberasbach im Regionalentscheid und qualifizierten sich damit für das Zentral-Europa-Finale, das zwischen den 57 besten Teams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgetragen wurde.

Die Oberasbacher Gruppe, die sich "DBG Robots" taufte und von Lehrer Siegfried Roth betreut wird, erreichte bei der Endausscheidung in der Disziplin "Robot Game" das beste Ergebnis der teilnehmenden Schulen aus Bayern. Siegfried Roth erklärt, was in dieser Kategorie unter anderem gefordert war: "Vom Veranstalter gab es eine Matte, die auf einen Tisch geklebt werden konnte. Darauf mussten Stationen aufgebaut werden, zu denen der Roboter fahren und bestimmte Aufgaben erledigen sollte." Dazu gehörte zum Beispiel auch ein Klimmzug.

Geduld und Ausdauer

Fabian Wendt aus der neunten Klasse, Stefan Ovtcharov und Anton Schüll – beide aus der achten Klasse – gehören zum Bonhoeffer-Team und haben an dieser Anforderung mit viel Geduld und Ausdauer gemeinsam getüftelt. "Unser Roboter musste beispielsweise auch eine Bank umklappen oder Würfel in Felder werfen", sagt Fabian.

Dem 14-Jährigen gefällt nicht zuletzt, dass "wir eigenverantwortlich und selbst organisiert arbeiten konnten". Alle beteiligten Schüler haben das Wahlfach "Roboter bauen" belegt, als Fortgeschrittene steht ihnen dabei die Teilnahme an der First Lego League Challenge offen.

Fabian macht klar: "Hier kann ich mein Hobby einbringen." Mit den genialen Bausteinen aus Dänemark hat er zu Hause zum Beispiel schon "einen rund zwei Meter hohen Kran" gebaut, der es mit einer Last von bis zu drei Kilo aufnehmen konnte.

Mathe, Physik, Chemie

Stefan erinnert sich: "Ich hab’ schon im Kindergarten mit Duplo angefangen, später habe ich gerne aus Lego Autos gebaut, heute begeistert mich Lego-Technik." Sieht Anton ganz ähnlich, auch er schätzt Herausforderungen: "Bei Ebay habe ich mir schon mal gebrauchte Sets gekauft und dann – ohne Anleitung – eine Feuerwache zusammengesetzt."


Achtjähriger Fürther trumpft bei Lego-Wettbewerb auf


Kein Zufall ist auch, dass die drei Jungs, befragt nach ihren Lieblingsfächern, spontan mit "Mathe, Physik und Chemie" antworten. Die Leidenschaft für die sogenannten Mint-Fächer – dazu zählen neben Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – will auch die First Lego League befeuern. Dahinter steht in Europa ein gemeinnütziger Verein namens Hands on Technology mit Sitz in Leipzig, der Roboterwettbewerbe für Kinder und Jugendliche veranstaltet.

Diesmal war die Challenge natürlich von der Pandemie geprägt und fand komplett virtuell statt. Fabian berichtet: "An der Roboter-Game-Aufgabe haben wir bei mir gearbeitet, wegen der Corona-Regeln durfte immer noch einer dazukommen, ansonsten gab es Video-Konferenzen, bei denen Details vorgestellt und besprochen wurden."

Auch die abschließende Präsentation für die Jury musste per Film beziehungsweise online ablaufen. Das halbstündige Video, das die Arbeit vorstellte, mussten die Teilnehmer in Eigenregie drehen. "Eigentlich hat alles ganz gut geklappt", zieht Fabian mit Stefan und Anton Resümee. "Aber schöner ist es natürlich, wenn man sich wirklich echt trifft und miteinander alles direkt machen kann." Ihr Lehrer gibt ihnen recht: "Normalerweise gehört es einfach dazu, dass alle eng zusammenarbeiten, das Wettbewerbsteam hat in diesem Jahr unter diesen speziellen Bedingungen besonders viel Leidenschaft und Begeisterung bewiesen."

Auch bei der First Lego League gilt: Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb. Florian, Stefan und Anton vom DBG-Robots-Team sagen jedenfalls: "Wir wollen in der neuen Saison wieder dabei sein." Die frischen Aufgaben werden im August veröffentlicht – dann geht die Suche nach intelligenten Lösungen von vorne los.

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