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Ohne Navi: 92-Jähriger kundschaftet Wege zum Impfzentrum aus

Zirndorfer will Senioren die Angst vor der Anfahrt nehmen - 17.02.2021 16:00 Uhr

Das Fürther Impfzentrum befindet sich in der Rosenstraße. Bisher wurden dort zahlreiche Menschen geimpft.

15.12.2020 © Hans-Joachim Winckler


Angetrieben hat ihn ein Gedanke, den er so formuliert: "Wenn man alt ist und nicht sofort findet, was man sucht, gerät man leicht in Panik." Also gab er sich größte Mühe, Stress zu vermeiden. Dabei dachte er an sich und andere, die sich ohne Navi orientieren.

Weil auch ihm die Anfahrt "undurchdringlich" erschien, hat sich der Rentner mindestens dreimal und zu verschiedenen Tageszeiten in sein Auto gesetzt, um auszukundschaften, wie man die Rosenstraße, wo sich das Impfzentrum befindet, am besten ansteuert.

Ganz genau hat er auch die Anfahrt mit Bus (Linie 172) und U-Bahn studiert, die Position der Haltestellen betrachtet und überlegt, wie ein älterer Mensch, der nicht mehr gut zu Fuß ist, auf kürzestem Weg von dort zur Impfung kommt.



Herausgefunden hat er zum Beispiel, was Insider wissen mögen, etlichen Senioren in Stadt und Landkreis Fürth aber nicht klar sein könnte: Vom U-Bahn-Ausgang am Kohlenmarkt sparen sich Fußgänger manchen beschwerlichen Meter, wenn sie sich dem Impfzentrum nicht über die Hirschen-, sondern über die Gartenstraße nähern, direkt an der dortigen Norma links abbiegen und so "durch die Hintertür", den Hof, zum Eingang des Impfzentrums gelangen.

Viele Wege führen zum Impfzentrum - auch Schleichwege. Ein 92-Jähriger Rentner hat sie mit verschiedenen Farben in den Stadtplan eingezeichnet.

17.02.2021 © FN


Im Ausschnitt rund ums Rathaus hat der Mann mit verschiedenen Farben die Zugangs- oder Zufahrtsmöglichkeiten im Stadtplan markiert. Zum Beispiel: Grün für Autofahrer, die von Süden kommen, und Rot für die aus dem Westen.

Letzteren empfiehlt er die Anfahrt über Billinganlage, Maxbrücke und Rosenstraße, rät aber vom Parkhaus Stadthalle ab. Denn: Das sei "ganz schön weit weg" vom Ziel. Stattdessen schlägt er vor: Lieber um den Block fahren (Theater-, Blumen-, Hallemannstraße), um so von der anderen Seite wieder in die Rosenstraße zu gelangen, wo Parkplätze im Hof zur Verfügung stehen.

Einen eindeutigen Tipp, welche Route die beste ist, hat der eifrige Tüftler nicht. Das hänge schließlich von vielem ab, auch davon beispielsweise, welcher Termin einem zugeteilt werde. Man müsse sich fragen, ob die Busse dann eher voll sind oder nicht, und abwägen, ob die Gefahr besteht, dass man sich auf dem Weg zur Impfung noch anstecken könnte.

Er selbst war letztlich von Zirndorf aus binnen 15 Minuten bei seinem Impftermin: "Viermal abbiegen, kein Stress, drei Parkplätze frei", berichtet er freudig und folgert: "Ja, eine gute Vorbereitung ist alles."

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