Paukenschlag in der Gustavstraße: Der "Gelbe Löwe" schließt

30.3.2015, 14:56 Uhr
Die Entscheidung fiel ihnen nicht leicht: Susanne Dresel und Peter Heßler schlossen den Gelben Löwen am 2. April.

© Hans-Joachim Winckler Die Entscheidung fiel ihnen nicht leicht: Susanne Dresel und Peter Heßler schlossen den Gelben Löwen am 2. April.

Mancher Stammgast hofft vermutlich noch, dass es sich um einen vorgezogenen Aprilscherz handelt, doch Wirt Peter Heßler zerstreut auf FN-Anfrage jegliche Zweifel: "Nein, das ist ernst, mit so etwas macht man keinen Spaß."

Die Entscheidung, nach vier Jahren nun am 2. April zu schließen, sei am Samstagmorgen gereift. Da saßen Heßler und seine Partnerin Susanne Dresel zusammen, um über die Mediation am Dienstag zu sprechen, bei der Vertreter der Kläger, der Stadt und Wirte an einem Tisch sitzen werden. "Wer geht von uns dahin, wer wird dort alles vertreten sein? Das hat einfach noch einmal sehr viel aufgewühlt", sagt Heßler. Und die Mediation, glaubt er, werde ohnehin nur weitere Einschnitte bringen.

Die Situation in der Gustavstraße sei nach etlichen Klagen immer schwieriger geworden.  Er fühle sich inzwischen massiv in seiner "Freiheit und Kreativität beschnitten", die er als Unternehmer einfach brauche. Obwohl Richter untersagt hatten, dass die Wirtsleute mit der Kleeblattstube im ersten Stock eine Großinvestition jemals richtig in Betrieb nehmen konnten, betont Heßler, dass Geld bei der Entscheidung keine Rolle gespielt hat. "Wir hatten zuletzt sehr gute Zahlen", sagt er. "Das Wirtshaus ist keinesfalls in die Pleite gefahren worden." Im Gegenteil: Einen möglichen Nachfolger, sagt er, erwarte ein "bestens bestelltes Feld".

"Der Gelbe Löwe bietet beste Bedingungen", pflichtet seine Partnerin Susanne Dresel bei. Ein neuer Wirt, glaubt sie, werde in Ruhe arbeiten können und nicht "persönlich bekriegt" wie sie selbst.

Ihr größter Wunsch ist es nun, das Gasthaus in gute Hände übergeben zu können. Wer Interesse hat, kann sich mit einer E-Mail an wirtin@zumgelbenloewen.de melden. Wegen einer Anwohner-Klage steht auch die Kirchweih "Kahler Kerb" in Unterfranken vor dem Aus.

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