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Dienstag, 16.07.2019

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Pflege: Drei Ausbildungen werden zu einer

Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege werden zusammengelegt - 06.07.2019 16:00 Uhr

Pflegekräfte werden händeringend gesucht – sowohl für die Alten- als auch die Krankenpflege. Ein neues Gesetz will nun die Ausbildung reformieren. © Foto: Thomas Lohnes/epd


Wenn im Januar 2020 die Pflegeberufereform umgesetzt wird, ist das der Beginn einer neuen Kooperation: In Fürth haben jetzt die Hans-Weinberger-Akademie (HWA), Träger der Altenpflegeschule in Fürth, und das Klinikum mit seinem hausinternen Bildungszentrum eine Netzwerkvereinbarung unterzeichnet. 

Die drei bisherigen Pflegeausbildungen in der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege werden künftig zu einer: Zwei Jahre lang lernen die Azubis dann gemeinsam, bekommen also eine generalistische Ausbildung. Im dritten Jahr legen sie – je nach Neigung – ihren Schwerpunkt in einem der drei Bereiche fest. Mit ihrem Abschluss als Pflegefachmann/-frau können sie später in allen drei Tätigkeitsfeldern eingesetzt werden, lediglich bei sehr speziellen Tätigkeiten ist der entsprechende Schwerpunkt ausschlaggebend. Nur wer ihn vorweisen kann, kommt zum Einsatz.

Mit dieser im Juli 2017 beschlossenen Reform will die Bundesregierung die Ausbildung in Pflegeberufen attraktiver machen, um so dem Fachkräftemangel, der in dieser Branche besonders eklatant ist, entgegenzuwirken. Rund 140 000 Menschen absolvieren bundesweit derzeit eine Ausbildung im Pflegebereich, bis 2023 soll sich, so die Hoffnung der Regierung, ihre Zahl um zehn Prozent erhöhen.

Oliver Riedel, Pflegedirektor des Fürther Klinikums, begrüßt den Ansatz. "Die Schnittstellen zwischen Alten- und Krankenpflege nehmen zu", sagt er. Weil die Krankenhausaufenthalte immer kürzer werden, sei auch in den Heimen klinisches Fachwissen immer wichtiger. Umgekehrt müssen sich die Kliniken immer mehr auf alte Patienten einstellen. Etwa zehn Prozent von ihnen seien zudem an Demenz erkrankt.

Erste Erfahrungen darin, wie die Zusammenarbeit laufen könnte, haben Klinikum und HWA schon gesammelt. Gemeinsam arbeiteten sie sieben Jahre lang an einem Modellversuch zur generalistischen Ausbildung. Als "erfolgreiche Zeit" bezeichnet Riedel diese Kooperation.

Austausch auf allen Ebenen

Weil Fürth mit der HWA nur eine Altenpflegeschule hat, sei es naheliegend gewesen, sich zum Pflegenetzwerk zusammenzuschließen. Beide Schulen koordinieren ab Januar ihre Lehrpläne für die Ausbildungszeit ebenso wie die praktischen Einsätze, die künftig für alle Azubis sowohl am Klinikum als auch in den mit der HWA kooperierenden Altenpflegeheimen stattfinden. Diese könnten sich ebenfalls am Pflegenetzwerk beteiligen. So würden sich das Oliver Riedel und Mona Frommelt, Vorstandsvorsitzende der HWA, jedenfalls wünschen.

Frommelt, die die Pflegeberufereform als das "größte Bildungsexperiment, das die Bundesregierung je gewagt hat", bezeichnet, sieht solche Kooperationsverbände als einen wichtigen Baustein des neuen Ansatzes. Ihr erklärtes Ziel ist es, dass am Ende der Ausbildung attraktive Arbeitsplätze warten – und zwar in ausreichender Anzahl. "Nur so ist gewährleistet, dass sich keiner in seinem Beruf aufreiben muss", sagt sie.

Interessenten, die dem Netzwerk beitreten möchten, können sich an die Hans-Weinberger-Akademie wenden unter der Telefonnummer (09 11) 74 09 70 oder per E-Mail an info-fuerth@hwa-online.de sowie an das Klinikum Fürth unter der Rufnummer (09 11) 75 80 60 02 oder per E-Mail an Anja.Dragovecz@klinikum-fuerth.de 

GWENDOLYN KUHN

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