Dienstag, 24.11.2020

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Pläne für Baugebiet vorerst jäh gebremst

Zweifel an der Verkaufsbereitschaft von Grundeigentümern im Norden von Oberfürberg - 26.02.2010

Mitten durch die Felder, auf denen das Baugebiet geplant ist, verläuft der Kirchenweg mit seiner schönen Baumreihe - die nach dem Willen der Stadt allerdings erhalten bleiben soll.

08.02.2011 © Thomas Scherer


Der CSU-Fraktionsvorsitzende Joachim Schmidt berichtete überraschend von seinen Gesprächen mit zwei Eigentümern, in denen diese ganz unverblümt ihre Weigerung zum Ausdruck gebracht hätten. Die Stadt indes hatte von einem mit der Sondierung beauftragten Ingenieurbüro die Auskunft erhalten, es gebe keine Widerstände.

Dementsprechend erstaunt zeigte sich Baureferent Joachim Krauße in der jüngsten Stadtratssitzung. «Äußerst befremdlich» finde er die neuen Erkenntnisse, Aufklärung sei deshalb dringend vonnöten. Folgerichtig wurde der Beschluss vertagt, das Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans einzuleiten.

In der Diskussion war jedoch klar geworden, dass zumindest die SPD fast geschlossen hinter den Plänen steht, sollten sie denn umsetzbar sein. Die rund 300 000 Quadratmeter umfassende Fläche zwischen Südwesttangente und Stadtwald sei eine der wenigen im Stadtgebiet, auf denen man Familien mit Kindern «attraktiven Wohnraum» bieten könne, so SPD-Sprecher Sepp Körbl.

Er untermauerte aber zugleich, was bereits Oberbürgermeister Thomas Jung aufgebrachten Oberfürbergern zugesagt hatte: Das Gebiet dürfe nur «bedarfsgerecht» bebaut, also keinesfalls ohne Not auf einen Schlag vermarktet werden. Zudem müsse der nötige Lärmschutzwall entlang der Schnellstraße mit seiner stattlichen Höhe von bis zu 18 Metern ansprechend gestaltet werden.

Zweifel am Bedarf und Kritik an der Landschaftszerstörung übte hingegen die Grüne Waltraud Galaske. Für den Umweltschützer Herbert Schlicht (CSU) bewegen sich die Pläne gar «nahe am Größenwahn», Günter Witzsch (SPD) bangt um den Charakter der «schönen Wohngegend». CSU-Vertreter haben indes «Bauchschmerzen», weil ihnen die Vertragsbeziehungen zwischen der Stadt und dem privaten Projektentwickler unklar sind, wie Joachim Schmidt bekannte.

Zeit für weitere Überzeugungsarbeit hat die Stadt nun zwangsläufig. Das Projekt kommt erst wieder auf die Tagesordnung, wenn alle Unklarheiten beseitigt sind.

Wolfgang Händel

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