Ran an die Westflanke: Fürths Solarberg wird ausgebaut

14.2.2020, 21:00 Uhr
Die Westflanke (links) bietet weniger Platz als die bereits bestückte Südseite, dennoch soll die Leistung gleich hoch sein. Der Fortschritt macht es möglich.

Die Westflanke (links) bietet weniger Platz als die bereits bestückte Südseite, dennoch soll die Leistung gleich hoch sein. Der Fortschritt macht es möglich. © Winckler

15 Jahre nach der Südflanke und durchweg guten Erfahrungen nun auch die Westseite der ehemaligen Mülldeponie mit Photovoltaikmodulen überzogen werden. Umweltamtsleiter Jürgen Tölk hält es nicht für ausgeschlossen, dass sich Bürger wieder an der Investition beteiligen können. Das hänge allerdings vom künftigen Betreiber ab, der im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens gefunden werden muss. Ein regionales Solarunternehmen hat nach Informationen von OB Thomas Jung bereits Interesse.

Um das auf 6000 Quadratmeter – gegenüber bislang 15 000 Quadratmeter – geplante Solarkraftwerk in Angriff nehmen zu können, muss zunächst jedoch ein Baugenehmigungsverfahren durchgezogen werden. Weil die Magerrasenflächen des Westhangs vielen Insekten eine Nahrungsquelle bietet, sind auch artenschutzrechtliche Prüfungen notwendig, und auch die Regierung von Mittelfranken hat ein Wörtchen mitzureden. Das alles lässt vermuten, dass bis zum Baubeginn noch einige Zeit ins Land gehen wird. Jung hält einen Termin im Frühjahr 2021 für wahrscheinlich.

Der allgemeinen Freude im Ausschuss über die Fortsetzung der Fürther Erfolgsgeschichte kann das jedoch keinen Abbruch tun. Insbesondere wenn Bürgermeister Markus Braun und Grünen-Stadträtin Waltraud Galaske an jene Horrorszenarien erinnern, die von Projektkritikern an die Wand gemalt worden waren. Und auch die Rendite liegt weit über den Erwartungen. Die Stadt Fürth, die sich den Löwenanteil am Solarpark gesichert hatte, nutzt den Überschuss für Investitionen im Schul- und Kita-Bereich. Das hat Jung auch bei der Erweiterung wieder vor.

Obwohl die neue Fläche wesentlich kleiner ist, als die alte, und die Westseite eine schlechtere Sonneneinstrahlung hat, soll der Ertrag erneut die Ein-Megawatt-Marke erreichen. Möglich macht es der technische Fortschritt bei den Solarmodulen. Kein Beinbruch ist der Wegfall staatlicher Subventionen. Denn dafür ist die Anlagentechnik wesentlich billiger geworden.

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