Donnerstag, 29.10.2020

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Rednitz: Füttern kann die Enten töten

In Stein erklärt der BN, warum Spaziergänger Wasservögel besser nicht versorgen sollten - 04.10.2020 16:00 Uhr

Warum das Füttern unnötig und schädlich für die Stockenten ist, erklären Hinweisschilder im Steiner Wiesengrund. Ulrike Storch, Arno Pfeifenberger, Dittmar Oeder und Jörg Jaroszeski (v.li.) setzen sich für das Wohlbefinden der Wasservögel ein.

© Foto: Thomas Scherer


Ulrike Storch vom Bund Naturschutz (BN) Stein: "Sie verlassen sich auf die Futterlieferungen der Menschen, bewegen sich zu wenig und verlieren ihren Fluchtinstinkt."

Daher hat der BN mit Unterstützung der Stadtverwaltung ein Hinweisschild mit vielen Informationen entworfen, das an der "Krümma" der Rednitz unweit der "Wassergasse" und am Wanderweg entlang des Feuchtbiotops die Problematik erklärt.

"Werden die Wildtiere gefüttert, kommen gleich mehrere Probleme zum Tragen", klärt Arno Pfeifenberger von der Steiner BN-Gruppe auf. "Da wäre zum einen die immense Verschmutzung mit den mitgebrachten Lebensmitteln, die zumeist achtlos nahe am Ufer ausgeschüttet werden, und zum anderen die völlig ungeeignete Wahl des Futters".

Weißbrot kann tödlich sein

Im Grunde sei überhaupt keine Fütterung der Tiere nötig, denn entlang der idyllischen Rednitz, die vielen Steinern an besagter Stelle nur als "Krümma" bekannt ist, finden die Stockenten – um diese Entenart geht es in erster Linie – ohnehin reichlich natürliche Nahrung.


Bitte nicht füttern: Brot schadet Enten


"Das mitgebrachte Weißbrot quillt im Magen der Tiere auf, was zu starken gesundheitlichen Problemen bis hin zum Tod der Tiere führen kann", weiß Dittmar Oeder, Stadtrat und kommunaler Umweltreferent der Faberstadt. "Der Anblick einer auf diese Weise verendeten Ente ist für niemanden schön."

Was gut gemeint ist, schade im Ergebnis ausschließlich und mache der Stadt zusätzlich Arbeit. Davon kann der städtische Mitarbeiter Jörg Jaroszeski ein Lied singen. Denn die aufgequollenen und vielfach vergammelten Brotreste sind ein willkommenes Fressen für Ratten, "die hier keiner haben will".

Sicherheitswächter patroullieren

Damit dem Fütterungsverbot - es gewinnt erst dann an voller Schärfe, wenn der genannte Bereich in die Grünanlagensatzung Einzug hält - auch Folge geleistet wird, patroullieren zukünftig die ehrenamtlichen Sicherheitswächter der Faberstadt auf Anweisung der ebenfalls informierten Polizei verstärkt entlang des Flusses.


Beherztes Eingreifen: Nürnberger retten Ente in Not


Sollte auch das nicht fruchten, will der BN versuchen, das Flussufer durch den Stadtrat in die Grünanlagensatzung aufnehmen zu lassen, kündigt Pfeifenberger an. Gelingt das, drohen saftige Geldbußen für das unerlaubte Füttern der Stockenten.

Thomas Scherer

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