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Rettung des Lokschuppens beginnt

Startschuss für die Arbeiten an dem über 150 Jahre alten Baudenkmal ist gefallen - 08.12.2017 21:00 Uhr

Ende eines Trauerspiels in unzähligen Akten: Am Lokschuppen und der kleinen Schmiede (hinten) haben die Arbeiten begonnen. Sie sollen zunächst den stetigen Verfall aufhalten. © Foto: Ulrich Schuster


Ernsthaft darauf hoffen durfte man seit etwas mehr als einem Jahr: An einem tristen Tag im November 2016 lud die Firma P & P zum Pressetermin am Lokschuppen ein. Als neuer Eigentümer verkündete P & P- Geschäftsführer Michael Peter, das über 150 Jahre alte Baudenkmal erhalten zu wollen.

Die ehemalige Eigentümerin, die frühere Bahntochter Aurelis, hatte sich über Jahre geweigert, Geld für die Instandsetzung des Lokschuppens auszugeben. Das Fürther Unternehmen P & P, das die gesamte Brachfläche zwischen Stadtgrenze und Jakobinenstraße entwickeln will, wird nun einen anderen Weg einschlagen.

Anfang dieser Woche hat die Sanierung begonnen, die zunächst überwiegend aus Sicherungsmaßnahmen besteht. Bevor der Winter richtig loslegt, muss manches abgestützt werden, außerdem wird das Dach abgedichtet, damit nicht noch mehr Nässe eindringt. Das vorrangige Ziel heißt: Der Lokschuppen, der sich ohnehin in einem mehr als bedauernswerten Zustand befindet, soll nicht noch weiter verfallen. In Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt wird dann untersucht, welche Einzelteile des Gebäudes sich erhalten lassen und wo man womöglich mit Nachbildungen wird arbeiten müssen.

Kein Ende in Sicht

Ein Nutzungskonzept für den Lokschuppen und die benachbarte kleine Schmiede gibt es noch nicht, dafür aber Ideen: So könnte dort ein Veranstaltungsraum mit Gastronomie entstehen. Wann es so weit sein wird, ist noch offen. Ein mögliches Datum für das Ende der Sanierung will man bei P & P nicht nennen. Stattdessen verweist man darauf, dass es sich um ein sehr aufwändiges Projekt mit hohem Abstimmungsbedarf handelt.

Fest steht: Das Areal rund um den Lokschuppen soll sich in den kommenden Jahren in einen neuen Gewerbepark mit bis zu 2000 Arbeitsplätzen verwandeln. Zur Jakobinenstraße hin plant P & P einen siebengeschossigen Büroturm mit einem Gebäuderiegel entlang der Bahngleise. Benachbart schließen sich zwei Gebäude an mit etwa 180 Wohnungen für Studenten sowie Menschen, die auf dem Gelände arbeiten. In Richtung Nürnberg folgen weitere Gewerbebauten für Forschungseinrichtungen, Hochschulen oder Unternehmen, die eng mit diesen zusammenarbeiten möchten.

In diesem Umfeld bricht auch der Lokschuppen in eine bessere Zukunft auf. Das heutige Baudenkmal ist um das Jahr 1860 für Rangierlokomotiven der Staatseisenbahn gebaut worden, die benachbarte Feldschmiede entstand 1911. Nach Angaben aus dem Fürther Rathaus nutzte die Bahn das Gebäude bis zum Jahr 1980, danach begann der Verfall – der jetzt ein Ende finden soll.  

Johannes Alles

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