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Dienstag, 07.07.2020

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Sehenswerte Gedenkstätte für einen großen Theologen

Löhe-Haus in der unteren Königstraße wurde nach aufwendiger Sanierung wiedereröffnet - Jugendcafé zieht ein - 08.05.2010

Wilhelm Löhes Geburtszimmer im Fürther Löhe-Haus in der unteren Königstraße wird von einer großen Bronzebüste des Theologen dominiert. Stefan Bär (re.) zeigt Thomas Jung (2. v. re.) das Kunstwerk. © Hans-Joachim Winckler


Johann Konrad Wilhelm Löhe, Theologe, Pfarrer und Begründer der Neuendettelsauer Diakonie, kam am Abend des 21. Februar 1808 in jener relativ kleinen Wohnstube auf die Welt, die nun in Vitrinen eine Reihe von Werken und Briefen des aktiven Publizisten geistlicher Literatur beherbergt. Die Wände zieren neue Gemälde, Aquarelle und Glasfenster des Künstlers Gottfried von Stockhausen.

Dominiert wird das Geburtszimmer, in dem Löhe nach eigenem Bekunden auch getauft wurde, von einer Ende 2009 geschaffenen, überlebensgroßen Löhe-Bronzebüste aus der Werkstatt des 90-jährigen Bildhauers Erwin A. Schinzel, die Wilhelm Löhe als dynamischen jungen Mann darstellt. Im Dezember 2007 hatten Stefan und Brigitte Bär das Ende des 17. Jahrhunderts gebaute Haus, in dem jahrelang die »Bäckerei zur gout’n Becki« untergebracht war, gekauft.

Kurz vor dem Beginn tiefgreifender Umbaumaßnahmen wurde Stefan Bär nach Analyse historischer Dokumente klar, dass ein von dem Bäckereibetrieb zuvor als Mehllager genutzter Raum im Rückgebäude Löhes Geburtszimmer war, von der Löhe-Familie »Nähpult« genannt.

Die Folge: Aus einem überschaubaren Umbau wurde eine rund drei Jahre dauernde Sanierung nach denkmalpflegerischen Vorgaben, deren Ergebnis sich sehen lassen kann: Nicht nur die Sandsteinfassade des Gebäudes erstrahlt in neuem Glanz, auch die Innenräume wurden, so weit es möglich war, in ihren Zustand Anfang des 19. Jahrhunderts zurückversetzt.

Großes Engagement gelobt

Dietrich Blaufuß, Vorsitzender der Internationalen Löhe-Gesellschaft, lobte am Eröffnungstag das große Engagement der Familie Bär, die das Projekt »Löhe-Haus« zu einem nicht unbeträchtlichen Teil im Alleingang gestemmt habe.

Der Bezug zu Kirche und Seelsorge bleibt dem von Pfarrer Volker Zuber feierlich gesegneten Haus erhalten: In das Erdgeschoss soll bald ein Jugendcafé des Dekanats einziehen. Die Wohnräume im ersten Stock nutzt die Familie Bär selbst. Wechselnde Ausstellungen sollen die Attraktivität des Mini-Museums im Geburtszimmer steigern. Aufgrund der ziemlich beengten Platzverhältnisse eignet sich der Raum nur für kleine Besuchergruppen, weshalb es den ganzen Mai hindurch Führungen geben wird

Weitere Informationen im Internet unter www.loehe-haus-fuerth.de

Hans von Draminski

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