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"Sehr erleichtert": Fürther Kitas und Schulen bekommen Selbsttests

Das Personal nutzte zuletzt stark das Testzentrum in Atzenhof - 25.02.2021 12:30 Uhr

Kita- und Schulpersonal sorgt aktuell für regen Betrieb im Testzentrum in Atzenhof.

24.02.2021 © Foto: Hans-Joachim Winckler


Jetzt wird aufs Tempo gedrückt: Am Mittwoch wurden die ersten Corona-Schnelltests zugelassen, die man auch als Laie zuhause durchführen kann. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) kündigte umgehend an, dass die Selbsttests ab kommender Woche an Kitas und Schulen geliefert werden.


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Sehr erleichtert darüber zeigen sich die Fürther Verantwortlichen für den Kita- und Schulbereich. Mit den Tests sollen sich die Beschäftigten zweimal pro Woche Gewissheit verschaffen können, freiwillig und zu selbst gewählten Zeitpunkten. "Das dürfte unglaublich zur Beruhigung der Belegschaft beitragen", vermutet Tobias Thiem, der im Fürther Jugendamt zuständig für den Bereich Kindertageseinrichtungen ist.

Auch wenn die Selbsttests nicht so genau sind wie die PCR-Tests, die im Labor ausgewertet werden: Sie seien neben dem Impfen "die Strategie der Stunde", um die Pandemie einzudämmen, sagt Fürths Schulreferent Markus Braun.

Als die Staatsregierung am 11. Februar ankündigte, Schulen schrittweise und Kitas wieder ganz zu öffnen, verband sie das mit dem Versprechen, den Neustart mit einem Testkonzept zu begleiten, um mehr Sicherheit in die Klassenzimmer und Einrichtungen zu bringen. Weil Selbsttests bislang aber noch nicht zugelassen waren, wurde Lehrkräften und Kita-Beschäftigten in den vergangenen Tagen kostenfreie Reihentestungen angeboten.

Seit Montag sind die Kitas nun wieder deutlich voller. Der Wunsch nach mehr Schutz treibt daher auch das Personal um, so Thiem. Denn die Arbeit in Krippen, Kindergärten und Horten sei immer mit einer gewissen Nähe verbunden, "wir können hier nur bedingt Sicherheit bieten".


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Im Testzentrum in Atzenhof ist die Nachfrage nach Abstrichen seitens des Kita- und Schulpersonals aus Stadt und Landkreis zurzeit entsprechend groß: Zirka 200 Termine am Tag werden dafür genutzt, sagt Landratsamtssprecher Christian Ell auf FN-Nachfrage. Die Beschäftigten können individuell Termine vereinbaren, aber auch Reihentestungen.

Mit dem gesamten Team nach Atzenhof zu fahren, sei jedoch zeitlich oft schwierig, gibt Thiem zu bedenken. Die Leitungen können alternativ versuchen, einen Arzt für eine Reihentestung ins Haus zu holen – auch das kann aufwendig sein. "Bewährte Strukturen", auf die das Kultusministerium gerne verweist, gebe es in der Praxis noch nicht, sagt Braun. Manche Kitas und Schulen haben sich für Reihentestungen zusammengeschlossen.


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Die Schnelltests machen es nun möglich, sich rasch selbst zu überprüfen, "wenn’s im Hals kratzt oder man sich matt fühlt", sagt Thiem. Angekündigt war eine solche Option schon vor Weihnachten, doch Thiem kann verstehen, dass die Staatsregierung zögerte: Die bisherigen Schnelltests mussten von geschultem Personal durchgeführt werden. Damit waren Unsicherheiten verbunden: Wer soll sie durchführen? Und: Wer haftet womöglich?

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Braun hofft, dass bald ausreichend Selbstests zur Verfügung stehen, um auch die Familien damit auszustatten, damit Eltern – auf freiwilliger Basis, wie er betont – zuhause auch ihre Kinder auf eine Corona-Infektion überprüfen können. "Das würde noch mehr Sicherheit bedeuten."

Bisher können Eltern aufs Testzentrum Atzenhof oder Hausärzte zurückgreifen, wenn sie wissen möchten, ob ihre Kinder positiv sind.

Pilotprojekt zur Testung von Schülern

In den Kitas und Schulen selbst werden die Kinder nicht getestet. An einer Schule, die sich für das Pilotprojekt gemeldet hat, will man allerdings Erfahrungen mit dem sogenannten "Pooling-Verfahren" sammeln, so Landratsamtssprecher Ell.

Dabei werden die Schüler aufgefordert, jeweils zwei Proben (Gurgelwasser oder Speichel) abzugeben. Der eine Teil der Proben würde zusammengeführt und gesammelt im Labor untersucht werden. Fällt das Ergebnis positiv aus, würde Probe Nummer zwei jedes Schülers einzeln ausgewertet werden, um herauszufinden, wer infiziert ist.

Braun freute sich noch über eine zweite gute Nachricht: Lehrkräfte und Erzieherinnen sollen bei der Priorisierung für die Impfungen vorrutschen.

CLAUDIA ZIOB

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