Sonntag, 11.04.2021

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Seukendorf: Gemeinderat bringt Doppelhaushalt auf den Weg

Ein Blick auf die Einnahmen, Investitionen und die Schulden - 12.11.2020 15:30 Uhr

Auch das Projekt „Gemeindehaus“, das Seukendorf zusammen mit der evangelischen Kirchengemeinde stemmt, macht sich noch im Etat bemerkbar.

09.11.2020 © Foto: Simon Schübel


Mit einem einstimmigen Votum hat es der Gemeinderat auf den Weg gebracht. Das Volumen des Gesamtetats stieg von rund 10,3 Millionen Euro im Haushaltsjahr 2020 auf etwa 11,5 Millionen Euro im Folgejahr.

Die Einnahmen

Seukendorfs größter Posten auf der Einnahmenseite ist der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer: Schacher hat hier 2 Millionen für 2020 und 1,8 Millionen für 2021 veranschlagt. Allerdings: Beide Werte hinken deutlich hinter dem Ergebnis von 2019 hinterher, wo noch ein Einkommensteueranteil von knapp 2,5 Millionen zur Verfügung stand. Zur Begründung verweist der Kämmerer unter anderem auf die Corona-Krise, die auch an Seukendorf nicht spurlos vorbeigehe.

Im Vergleich dazu macht die Gewerbesteuer mit knapp 470.000 Euro deutlich weniger aus. Auch dieser Posten ist rückläufig: Für 2021 sind es noch 370.000 Euro.

Die Ausgaben und Investitionen

Wieder viel Geld locker machen muss Seukendorf bei der Kreisumlage – Geld, das die 14 Kommunen im Fürther Land an den Landkreis überweisen, damit dieser seinen Aufgaben nachkommen kann: Aktuell sind hierfür 2020 und 2021 jeweils rund 1,4 Millionen Euro vorgesehen. Wo aber investiert die Kommune?

Die für 2020 eingeplanten rund 4 Millionen Euro fließen in die Bereiche "Soziale Sicherung" (zum Beispiel Kindertagesstätten) und "Öffentliche Einrichtungen", etwa das "Projekt Gemeindehaus", das mit der evangelischen Kirchengemeinde verwirklicht wurde. Den Löwenanteil verschlingt die Abwasserbeseitigung: Knapp 2,4 Millionen Euro macht die Gemeinde dafür locker.

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In diesem Zusammenhang verweist der Kämmerer auf die Notwendigkeit einer drastischen Gebührenerhöhung, weil "die Abwasserbeseitigung kostendeckend betrieben werden muss".

Auch im Haushaltsjahr 2021, in dem Investitionen von fast 5,1 Millionen Euro vorgesehen sind, finden sich die größten Ausgabeposten in den gleichen Bereichen: Abwasserbeseitigung und Soziale Sicherung.

Die Schulden

Zur Finanzierung der Investitionen für 2020 erwartet Schacher neben anderen Einnahmen aus dem Verkauf von Grundstücken, Zuweisungen und Beiträgen nahezu 2,5 Millionen Euro. Dadurch ergibt sich den Planungen zufolge eine Lücke von rund 1,5 Millionen Euro, die über Kredite gedeckt werden muss.

Für 2021 fällt die Deckungslücke mit rund 2 Millionen Euro größer aus, sie muss über eine weitere Kreditaufnahme geschlossen werden, dadurch wird der Schuldenstand zum Jahresende 2021 nahezu 4,5 Millionen Euro betragen. Das heißt, jeder Seukendorfer steht dann mit 1397 Euro in der Kreide.

Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt über dem Schnitt

Zur Einordnung: Der Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden zum 31. Dezember 2018 weist eine Pro-Kopf-Verschuldung von 580 Euro je Einwohner auf, für Seukendorf waren es zum gleichen Zeitpunkt 663 Euro.

HERBERT DRÖSE

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