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Donnerstag, 18.04.2019

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Sicherer Strom aus riesigen Trafos

infra Fürth baut für acht Millionen Euro ein neues Umspannwerk in der Vacher Straße - 27.05.2010

Manfred Zischler (links) und Hans Partheimüller von der infra Fürth begutachten den Neubau des Umspannwerks. © Thomas Scherer


Der Neubau, der direkt neben dem bestehenden Umspannwerk hochgezogen wird, ist auf mindestens 40 Betriebsjahre ausgelegt. Im Januar wurden die Arbeiten begonnen, bis Juni 2011 soll die Anlage ans Netz gehen. Die infra betreibt insgesamt drei solcher Stationen mit großen Transformatoren; rund ein Drittel aller Fürther bekommen ihren Strom aus der Vacher Straße.

Das bestehende Gebäude wurde seinerzeit auf einer nach dem Krieg eingerichteten Altlastendeponie errichtet. Inzwischen gibt der Boden unter dem Umspannwerk nach. Dieses rutscht ab und lässt sich mit vertretbarem Aufwand nicht mehr abstützen. »Eine äußerst gefährliche Situation«, sagt infra-Geschäftsführer Hans Partheimüller. Zudem gebe es für die alte Anlage keine Ersatzteile mehr, »eine Sanierung wäre nicht möglich gewesen«, so Partheimüller.

Mülldeponie und »Ölsee«

Manfred Zischler, Technischer Leiter der infra, liefert zusätzliche Informationen zu der Mülldeponie im Boden: »Da wurde eine zwölf bis 16 Meter tiefe Senke mit allem möglichen Müll aufgefüllt, den beispielsweise die amerikanischen Truppen nicht mehr brauchten«, erklärt Zischler. Sogar ein unterirdischer, mit Altöl gefüllter »Ölsee« findet sich deshalb auf dem Gelände.

Das neue Umspannwerk, dessen Rohbau schon steht, wurde der Langzeitstabilität halber auf rund 40 spezielle Pfeiler gesetzt, die 20 Meter tief in den Boden reichen. Hier werden später zwei jeweils 75 Tonnen wiegende Netztransformatoren mit je 40 Megawatt Leistung zum Stückpreis von rund 500000 Euro ihren Dienst tun. Außerdem gibt es in dem 25,5 mal 16,5 Meter großen Gebäude eine 110000-Volt-Schaltanlage, zwei kleinere Trafos für das Stadtverteilernetz und viel Hightech zur Steuerung des Umspannwerks.

Großer Aufwand, der eine Fürther Spitzenposition sichern helfen soll: Liegen doch die Stromausfallzeiten pro Anschlussnehmer und Jahr in Fürth nur bei durchschnittlich acht Minuten, was im Europa-Vergleich einen extrem guten Wert darstellt. 

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