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SPD hat Bürgermeister-Kandidatin "mit Herz für Langenzenn"

42-jährige Elternsprecherin Melanie Plevka tritt gegen Amtsinhaber Jürgen Habel von der CSU an - 04.04.2019 16:00 Uhr

Daumen hoch für die Bewerbung für das Bürgermeisteramt in Langenzenn im März 2020: SPD-Kreisvorsitzender Harry Scheuenstuhl (links) und Ortsvereinschefin Irene Franz (rechts) gratulieren Kandidatin Melanie Plevka. Foto: Christian Sieber


"Der Mensch muss immer im Mittelpunkt stehen", fasst Melanie Plevka ihre Vorstellungsrede im vollbesetzten Nebenzimmer im Gasthaus "Grauer Wolf" zusammen. Die 42-jährige medizinische Fachangestellte in einer Artpraxis in Obermichelbach verspricht den sozialdemokratischen Parteimitgliedern: "Ich möchte eine offene, gerechte und transparente Politik machen."

21 von 64 Langenzenner Genossinnen und Genossen sind gekommen, um die Bürgermeister-Kandidatin zu küren. Sie quittieren die Bewerbungsrede mit anhaltendem Applaus und votieren einstimmig für die im Vorort Kirchfembach aufgewachsene Elternverbands-Funktionärin. Plevka hatte im Vorfeld fast alle Parteimitglieder persönlich eingeladen.

"Das Beste für die Kinder"

"Langenzenn ist meine Heimat", sagt die Ehefrau und Mutter, seit 22 Jahren mit Mann Peter verheiratet und stolz auf ihre vier Töchter. Schon in ihrer Jugend war sie in der Kirche und in der Landjugend aktiv, half als Babysitterin aus, gab Schwimmunterricht beim TSV, engagierte sich dann als Elternbeirätin, zunächst im Kindergarten, dann in den Schulen der Rangaustadt und als Vorsitzende des Fördervereins der Mittel- und Realschule. Motto: "Leben und lernen unter einem Dach."

Sie fungiert als 2. Landesvorsitzende des Landeselternverbands Bayerischer Realschulen und will die politische Bildung befördern. "Wir alle möchten nur das Beste für die Zukunft unserer Kinder", betont sie, "in Frieden und sorgenfrei leben — wir sollten das vorleben: solidarisch, demokratisch, empathisch." Um den populistischen Strömungen entgegenzuwirken, "die eine Welt wollen, von der wir dachten, es gebe sie nicht mehr".

In den fünf Jahren, seit sie 2014 in den Stadtrat gewählt wurde, habe sie viel gelernt, zunächst bei ihrem Steckenpferd, der Familien- und Schulpolitik; dabei sei das Interesse für das Große und Ganze geweckt worden. Sie wolle sich für Schulen und Senioren stark machen, die ärztliche Versorgung sicherstellen und die Innenstadt so beleben, dass es wieder Freude mache, hindurch zu spazieren.

Im Zentrum solle auch ein Geschäft Platz finden, wo die Landwirte ihre Produkte vermarkten können. Ziel sei zudem ein ausgewogener sozialer Haushalt. Fazit: "Die Wahrnehmung der Politik in Langenzenn verbessern — mit den Bürgern." Als abschreckendes Beispiel nennt Plevka den neuerlichen Abbau in der Tongrube Horbach, wo die SPD ein Bauleitplanverfahren anstoßen wollte, um mehr Mitsprache zu erreichen, "doch die Mehrheit des Stadtrats hat sich diese Chance aus der Hand nehmen lassen".

Irene Franz, Ortsvereinsvorsitzende der SPD und Bürgermeister-Kandidatin vor fünf Jahren, bekräftigt, die Vorbereitungen auf den Wahlkampf liefen bereits auf Hochtouren, man müsse die Weichen stellen für den März 2020. Auch wenn die SPD bundesweit in einem tiefen Loch hänge und die Stimmung bis auf die "kleinen SPDler runterbricht, die an der Basis rumstrampeln". Nun sei Melanie Plevka die Frontfrau, sie gebe den Ton an — brauche aber eine gute Mannschaft.

SPD-Kreischef Harry Scheuenstuhl lobt, die Langenzenner Genossen hätten "eine gute Wahl getroffen heute". Ein guter Listenplatz für den Kreistag sei Melanie Plevka sicher: "Du bist für mich die neue Bürgermeisterin."

Hans Peter Reitzner

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